Druckschrift 
6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

Gattin eines Soldaten alle Entbehrungen eines Soldaten tragenlernen."

Dnnwoodie ergriff die Hand, welche das erröthende Mädchenin der Lebhaftigkeit ihrer Gefühle gegen ihn ausstr^ckte, und drücktesie einen Augenblick an seine Brust; dann erhob er sich von seinemSipe und ging im furchtbarsten Seclenkampfe im Zimmer ansund ab.

Franziska, ich beschwöre Sie nichts weiter, wenn Sie mirnicht das Herz brechen wollen."

Sie weise» also das Anerbieten meiner Hand zurück?" sagteSie, mit Würde sich erhebend, obgleich ihre blaffe Wange unddie bebenden Lippen den heftigen Widerstreit ihrer Empfindungenbekundeten.

Sie zurückweiscn? Habe ich sic nicht mit Bitten und Thronengesucht? War sie nicht das Ziel aller meiner irdischenWünsche? Aber sie unter solchen Umständen anznnehmen, würdeuns Beide entehren. Wir wollen jedoch das Beste hoffen. Hein-rich muß freigesprochcn werden vielleicht wird er nicht einmalvor Gericht gestellt. Sie dürfen überzeugt sein, daß ich alle meineKräfte zu seinen Gunsten aufbieten werde, und glauben Siemir, Franziska ich bin nicht ohne Einfluß bei Washington."

Jenes unglückselige Papier, jener Mißbrauch seines Ver-trauens, auf welchen Sie «»spielten, wird ihn gegen die Sachemeines Bruders verhärte». Wenn Drohungen oder Bitten seinenstrengen Gerechtigkeitssinn hätten beugen können, würde Andrewohl hingerichtet worden sein?"

Als Franziska diese Worte kaum ausgesprochen hatte, verließsie in hoffnungsloser Verzweiflung das Zimmer.

Dnnwoodie blieb eine Minute in dumpfer Betäubung stehen;dann folgte er ihr in der Absicht, sich zu rechtfertigen und ihreBesorgnisse zu zerstreuen. Als er in den Vorsaal trat, welcherdie beiden Zimmer von einander trennte, begegnete ihm ein kleiner,