durch lautes Poche« au die Thüre seiue» Wunsch, eingelassen zuwerde», zu erkennen. Bald darauf erschien ei» alter Schwarzer,welcher, ohne es für nöthig zu halten, unter solchen Umständenseines Herrschaft eine Meldung zu machen, bei dem Scheine desKerzeiilichtes, das er in der Hand hielt, einen prüfenden Blick ansden Bittsteller warf, und sodann seinem Gesuche um Aufnahmewillfahrte. Der Reisende wurde in ein sehr schönes Besuchszimmergewiesen, in welchem ein Feuer brannte, um die Trübseligkeit einesOststnrmes und ei»es Oktvberabends zn erheitern. Nachdem erseinen Mantelsack dem höflichen Dicnstmanne übergeben hatte,wiederholte er seine Bitte mit aller Artigkeit gegen den altenHerrn, welcher sich zn seinem Empfange erhob, machte den dreiDamen, welche sich am Nähetisch beschäftigten, seine Verbeugung,und fing an, die Ucberkleidcr, welche er mährend seines Rittesgetragen hatte, abznlegen.
Als er das dichte Tuch, welches Hals und Kinn bedeckte, ab-nahm, und den blauen Mantel und Ueberrock beseitigte, enthüllteer der beobachtende» Familie die hohe und ungemein anmnthigeGestalt eines Mannes, welcher ungefähr fünfzig Jahre zählenmochte. Seine Züge trugen den Ausdruck der Besonnenheit undWürde; seine Nase war gerade und näherte sich der griechischenForm; das graue Auge blickte ruhig', gedankenvoll und beinaheschwermüthig, während der Mund und die unteren Partien desGesichts ans einen festen und entschiedenen Charakter hindentctcn.Sein Reiseklcid mar einfach und »»geziert, doch so, wie es diehöher» Klassen seiner Landsleute zn tragen pflegten; auch warsein Haar in einer Weise verschnitten, daß er dadurch ein mili-tärisches Aussehen erhielt, welches noch durch seine gerade undunverkennbar anmnthige Haltung gehoben wurde. Sein ganzesAenßere war so ausdrucksvoll und entschieden das eines Mannesvon Stande, daß, als er seine Ueberkleider abgelegt hatte, dieDamen sich von ihren Sitzen erhoben, ihn zugleich mit dein Hans-