Druckschrift 
9 (1867) L. C. Sulla
Entstehung
Seite
22
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Feuer machte zwischen Schuldigen und Richtschuldigen keinen Unter-schied.

Aus diese Weise wurde Marius bis zum Tempel der Tellus *)znriickgeworfcn. Er rief zwar durch öffentliche Bekanntmachungen dieBagno's noch zur Freiheit auf, wurde aber durch Herandringen derFeinde dennoch überwältigt und zum schleunigen Verlassen der Stadtgenöthigt.

Cap. 10.

Sulla versammelte hierauf den Senat und ließ Marius nebstetlichen Anderen, worunter sich auch der Volkstribun Sulpicius be-fand, zum Tode vernrtheilen.

Der Letztere wurde wirklich umgebracht, indem ihn ein Sklaveverrieth, den Sulla dafür in Freiheit setzte und nachher — vom tnr-pejischen Felsen heruuterstürzcn ließ. Ans den Kopf des Marius setzteer einen Preis, woran er aber ebensowenig edel oder politisch handelte.Denn kurz zuvor hatte er selbst in dessen Hans flüchten, hatte sichihm in die Hand geben müssen und — war unbeschädigt entlassenworden. Und doch wäre es dem Marius ein Leichtes gewesen, dieAllgewalt zu erringen, wenn er damals den Sulla in die Mörder-Hände eines Sulpicius hingegcben hätte, anstatt ihn wieder frei zuentlassen. Aber Marius schonte ihn dennoch. Und nach wenigenTagen war er dem Sulla ans gleiche Weise bloßgestellt und mußtenun eine so ganz andere Behandlung erfahren!

Durch alles dieß kränkte Sulla den Senat, ohne daß derselbecs merken ließ. Um so offener trat ihm von Seiten des Volks dieüble Stimmung und die Vergeltung, sogar durch Thatsachen, ent-gegen. Man ließ seinen Neffen Nonius und den Servius, welche sichbeide um hohe Stellen bewarben, ans das Allerschmählichste dnrch-fallen. Dagegen setzte man andere Personen in derartige Acmterein, — Personen, deren Bevorzugung ihn muthmaßlich am meistenärgerte.

Aber Sulla stellte sich, als hätte er darüber noch eine große

*) Tellus, die Erde. Ihr Tempel stand in der Straße Carine zwischendem esquilinischen und guirinalischen Berge.