16
gegen Mithridates ernannt zu werden. Deßwegen schmeichelte er demHeere, das ihm untergeben war.
Er begab sich in die Hauptstadt und wurde wirklich nebst Quin-tns Pompejus zum Cousul gewählt, und zwar in einem Alter vonfünfzig Jahren. Zugleich schloß er eine sehr glänzende Heirath mitder Tochter des Oberpriesters Metellns, Cäcilia. Dies; gab dem nie-deren Volke Anlaß zu vielen Spottliedern; ebenso veraulaßte cs vieleAngehörige der ersten Häuser zum entschiedensten Tadel. Man glaubte,nach Livius' Ausdruck, „einen Manu, den man des Consulats fürwürdig gehalten hatte, nicht für würdig, dieses Weib zu erlangen."
Es war dieß übrigens nicht seine einzige Gemahlin. Noch alsjunger Mann war er zuerst mit Jlia *) vermählt gewesen, die ihmein Töchterlein gebar. Ans diese war Aelia gefolgt. Seine dritteGattin war Clölia, welche er wegen Unfruchtbarkeit entließ. Dochthnt er dieß mit allen Ehren, indem er sogar noch Lobsprüche undGeschenke beifügte. Da er jedoch schon nach wenigen Tagen die Me-tella**) heimfllhrte, so erschien der obige Grund bei Clölia keines-wegs als der richtige.
Uebrigcns erwies er von nun an der Mctella zeitlebens dieumfassendste Hochachtung, so daß sich auch das römische Volk mitseinen Bitten nur an Metella wandte, als cs die verbannten Mnria-ner zurückznfllhren wünschte und Sulla anfänglich eine abschlägigeAntwort crtheilte. Ebenso glaubte man, daß er nach der Eroberungvon Athen nur deßhalb die Bewohner dieser Stadt so grausam be-handelte, weil sie von den Mauern herab die Metella auf's Nieder-trächtigste geschmäht hatten. Aber hievon später das Nähere.
Cap. 7.
Für jetzt dünkte ihm das Consulat nur eine Kleinigkeit, wenner an seine Zukunft dachte; denn der Flug seiner Gedanken ging aufden mithridatischcn Krieg.
*) Da Jlia kein römischer Name ist, so ncrmuthen Einige dafür Julia.
**) Metella war insofern Sulla'S würdig, als sie selbst auch sich durch ihreAusschweifungen berüchtigt machte.