Trophäen, als Geschenk auf dem Capitolium aufstellen. Darunterbefand sich ein Jugurtha aus Gold, wie er gerade von ihm selbst anSulla ausgcliefert wird. Dieß drückte den Marius schwer im Herzen,so daß er beabsichtigte, Alles niederreißeu zu lassen. Aber nun mehr-ten sich wieder Andere für Sulla und so wäre beinahe durch diesebeiden Männer der verheerende Brand in Rom auf's Neue ausge-brochcu. Jedoch der Bundesgenossenkricg, der schon längst unter derAsche glimmte, schlug plötzlich gegen die Hauptstadt in Hellen Flam-men aus und that somit für jetzt den inneren Zwistigkeiten Einhalt.
Dieß wurde bald der größte, wechsclvollste Krieg, der für Romdas meiste Unheil und die schwersten Gefahren herbcifuhrte. Mariusvermochte in demselben nichts Bedeutendes auszuführen, — ein Be-weis, daß die kriegerische Tüchtigkeit nicht ohne Jugendfrische undKörperkraft bestehen kann. Dagegen verrichtete Sulla sehr vieledenkwürdige Thatcn, wodurch er sich bei seinen Mitbürgern überhauptden Ruhm eines großen —, bei seinen Freunden den des größten —,und sogar bei seinen Feinden den des glücklichsten Feldherrn erwarb.
Aber er ließ sich hiedurch nicht in die Stimmung versetzen, wiesie einst Konons Sohn, Timotheus*), hegte. Bei diesem schriebenseine Feinde gleichfalls alle glücklichen Erfolge nur dem Glücke zu;ja sie ließen ihn auf Gemälden abbildcn, wie er dalag und schlief,während Fortuna die Städte mit eine»: Netze fing. Nun äußerteTimotheus auf die gröbste Weise seinen Unwillen gegen die Urheberhievon, weil er sich von ihnen den Ruhm seiner Thaten entzogenglaubte. Ja bei der Rückkehr aus einem Feldzüge, den man für gün-stig abgelanfcn hielt, sagte er sogar einmal zu dem Volke die Worte:„aber, Athener, an diesem Feldzug hat das Glück keinen Antheil!"Als Timotheus auf die genannte Weise seinen Ehrgeiz kund gegebenhatte, soll ihm freilich der böse Geist nun auch wieder einen Streichgespielt haben. Er konnte keine einzige glänzende That mehr ver-
*> Timotheus, der letzte große Feldherr Athens, der die Spartanermehrmals schlug, aber zuletzt (bei der Belagerung von Byzanz) von Chores derVcrrätherci beschuldigt, zu einer unerschwinglichen Geldbuße von 100 Talentenverurthcilt und dadurch zur Flucht gezwungen wurde. Er starb im Exil ausEuböa.