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Cap. 9.
Nach einer glänzenden Wahl bestand sein erstes Geschäft inAushebungen, wobei er gegen Gesetz und Herkommen sehr viele mittel-lose, oder dem Sklavenstanbe augehörige Personen in die Listen cin-tragen ließ. Von den früheren Generalen hatte keiner derartige Leuteangenommen, sondern die Waffen, wie alles Andere von Belang, nurwürdigen, «ermöglichen Männern als eine Auszeichnung in die Handgegeben, weil jeder Einzelne sein Vermögen als Pfand einzusetzenschien.
Doch war dieß Alles noch nicht die Hauptsache, die den Mariusin bösen Leumund brachte. Weit mehr waren es seine kecken, vonStolz und Hocbmutb eingegebcnen Reden, was die ersten Männer desStaates schmerzte. Denn „sein Consnlat — rief er laut — sei nureine Beute, die er der Weichlichkeit des vornehmen und reichen Adelsabgenommcn habe! Mit seinen eigenen Wunden, nicht mit Monu-menten der Todten oder fremden Ahnenbilbern*), wolle er stolzircn!"
Oft führte er auch die unglücklichen afrikanischen Generale, baldden Bestia**), bald den Albinus, mit Namen an. Dieß waren Män-ner aus höchst angesehenen Häusern, welche jedoch bedeutendes Miß-geschick gehabt hatten. Marius nannte sie unbefähigt zur Kriegfüh-rung und fand den Grund ihrer Unfälle bloß in der Ungeschicklichkeit.Zugleich fragte er öfters das anwesende Publikum: „ob man nichtmeine, daß auch ihre Ahnen sich weit lieber eine Nachkommenschaftgewünscht hätten, wie Er ein Mann sei? Sie hätten ja auch ihrenRuhm nicht von Geburt gehabt, sondern durch Tapferkeit und ruhm-volle Thaten erst errungen!"
') In den Vorhallen adeliger Häuser standen die Bildnisse der Ahnen aus Wachs,Marmor oder Metall, die gleichsam den Stammbaum angaden. Marius hattekeine.
") L. CalpurniuS Piso Bestia und SpuriuS PosthnmiuS AldinuS führten denKrieg Wider Zugurtha als Consuln in den Jahren III und IlO v. Chr. ES warjedoch weniger die Nntüchtigkeit, als die Bestechlichkeit der Grund des unglücklichenErfolgs.