drohte, den Cotta in's Gefängniß abführen zu lassen, wenn er nichtseinen Antrag wieder zurückziehe.
AIS letzterer sich jetzt an Metcllus wandte, um dessen Gutachteneinzuholen, so trat derselbe zu Gunsten deS ConsulS aus. Aber Ma-rius schickte nach seinem AmtSdicncr und befahl, Metellus selbst in'SGefängniß abzuführen. Dieser appellirte jetzt an die andern Tri-bunen, ohne bei einem einzigen Hilfe zu finden. Deßhalb gab derSenat nack und zog den Beschluß zurück.
Im höchsten Glanze des Ruhmes konnte Marius zum Volkehinauseilcn und seinem Anträge die Bestätigung crtheilen. Er galtjetzt für einen Mann, der sich durch keine Furcht einschüchtcrn, durchkeine Rücksichten der Hochachtung abwendig machen ließ, sondernvielmehr durch die Gunst der Massen und an der Spitze des Volkesein furchtbarer Gegner des Senates werden konnte.
Indessen veranlaßte er durch einen anderen politischen Schrittgar bald eine Aenderung in den Ansichten, die man von ihm hegte.Als nämlich ein Antrag auf unentgeltliche Früchtevcrtheilung cinge-bracht werden tollte, widcrsetzte er sich seinen Mitbürgern mit dergrößten Energie und dem glücklichsten Erfolge. Hiedurch stellte er seinAnsehen bei beiden Parteien in's Gleichgewicht, weil man sah, daßer nach keiner Seite hin das allgemeine Interesse seinen Neigungenzum Opfer brachte.
Cap. 5.
Nach dem Volkstribunat bewarb er sich um die höhere Aedilen-Stelle. Bei der Aedilität gibt es nämlich zweierlei Rangstufen. Dieeine Stelle bat ihren Namen von dem „curulischen Stuhl"*), wor-auf der Aedil bei seinen amtlichen Verrichtungen sitzt, wogegen mandie geringere Stelle als „plebejische Aedilität" bezeichnet.
-) Soll» curuli», eigentlich Wagenstuhl, weil man ihn aus Wagen in dieFeldzüge mitführte, stammte van den Etruitern. hatte geschweifte Füße, war »anElfenbein, mit Gold ausgelegt und gehörte den höheren Aedilen. den Prätaren undEansuln. '