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Mann tapferer Soldaten und machte noch 600 weitere zu Gefangenen.Ferner überrumpelte er die Flottenstation, die bei OrcoS*) vor Ankerlag, wobei zwanzig Transportschiffe sammt Ladung in seine Händefielen; die andern, die mit Getreide vollgeladen waren, ließ er ver-senken. Auch eroberte er vier Kriegsschiffe mit fünf Ruderrcihen.Sodann lieferte er noch eine zweite Schlacht, worin er den gewesenenConsnl Hostilius zurückdrängte, als dieser das Eindringen auf derSeite von Elimia**) erzwingen wollte. Und als Letzterer vcrstohle-ncrmeise den Einmarsch über Thessalien versuchte, schreckte ihn Philip-pus dadurch ab, daß er ihm abermals eine Schlacht anbot.
Als Nebenarbeit bei diesem Kriege führte Philippus einen Feld-zug gegen die Dardnnier***) aus, — wie wenn ihm eben die Römergar keine Sorge machten und freie Zeit genug übrig ließen! Er hiebzehntausend Barbaren nieder und schleppte bedeutende Massen vonBeute hinweg. Zugleich wiegelte er in der Stille die Gallier auf, dieam Jstcr wohnen und Bastarner genannt werden, — eine tapfereArmee von Reitern! — und ebenso ließ er an die Illyrier durch ihrenKönig Genthius die Aufforderung ergehen, sich an dem Kriege zu be-theiligen. Es ging sogar stark das Gerücht, daß diese Barbaren vonPerseus in den Sold genommen worden seien, um durch das untereGallien läng? dem adriatischen Meere einen Einfall in Italien zumachen.
10. Bei diesen Nachrichten fanden cs die Römer für gut, ohneweitere Rücksicht auf Gunst und Empfehlungen bei der Besetzung derOberbefehlshaberstellen nur einen solchen Mann zur obersten Führungzu berufen, der die nöthigc Einsicht besäße und große Unternehmungenzu leiten verstünde.
Dieser Mann konnte Niemand sein, als Paulus Aemilius, derzwar im Alter schon vorgerückt und etwa ein Sechziger war, dagegennoch eine frische Leibeskraft besaß und einen dichten Kreis von Ei-damen, herangewachsenen Söhnen, vielen einflußreichen Freunden undVerwandten um sich hatte, die ihn insgesammt zu bewegen suchten,dem Rufe des Volkes znm Consulate Folge zu leisten.
') OrcoS, früher Histiäa, im Norden von Euböa.
") ELimia, makedonische Landschaft neben EpirnS.
Dardanier im heutigen Serbien.