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18 (1866) Theseus und Valerius Publicola
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teten für ihn ein Sühnopfer und hielten sodann in ihrem Hauseein Festmahl, während ihm zuvor auf der ganzen Wanderungnirgends die geringste Freundlichkeit erwiesen worden war.

Am achten Tage des Monats Kromyos also, den man jetztHekatombäon') nennt, soll er in seiner Heimat angelangt sein.Indessen fand er nach seiner Ankunft in der Vaterstadt das ganzeGemeinwesen voll Verwirrung und Zwiespalt in den Gesinnungen;namentlich aber waren die Privatverhältnisse des Aegeus undseines HauseS in einem wirklich, krankhaften Zustande.

Medea nämlich, welche, aus Korinth geflüchtet, das Ver-sprechen gegeben hatte, durch Zaubermittel den Aegeus von seinerbisherigen Kinderlosigkeit frei zu machen, lebte in vertrautem Um-gänge bei ihm. Diese merkte zuerst Etwas von Theseus, wäh-rend Aegeus noch nichts wußte. Da nun Letzterer ein alterMann war, der wegen der vorhandenen Parteiungen vor AllemAngst hatte, so bewog sie ihn, den angeblichen Fremden bei einemMahle zu vergiften. Theseus stellte sich bei dem Essen ein, fandes jedoch nicht für angemessen, zuerst seinen Namen zu nennen;er wollte vielmehr dem Andern den Anfang der Entdeckung über-lassen. Deßwegen zog er, als das Fleisch aufgetragen war, seinMesser 2), um mit diesem ein Stück abzuschneiden, und ließ ihnauf diese Weise das Schwert sehen. Kaum hatte Aegeus dasletztere erkannt, als er den Giftbecher zur Erde warf und nacheinigen weiteren Fragen seinen Sohn umarmte. Alsbald wurdeeine Bürgcrversammlung veranstaltet, worin er die Anerkennungaussprach. Auch das Volk nahm den jungen Helden mit Freu-den auf. Beim Niederfallen des Bechers wurde das Gift, wiedie Sage geht, auf den Boden verschüttet — da, wo jetzt imDelphinium^) der umgitterte Raum ist. An dieser Stelle standnämlich Aegeus' Wohnung; auch eine Herme (Merkurssäule) aufder Ostseite des Tempels heißt die „Statue am Aegeus-Portal".

>) Helatombäon, erster athenischer Monat, entspricht ziemlich unserem Julius,o) Auch die homerischen Helden tragen, an der Schwertscheide hängend, ein großesMesser, durch dessen Herausnehmen hier der Griff des Schwertes sichtbar wurde.Vrgl. Jl. III, 271 ff.

2) Delphinium, Tempel des Apollo DelphiniuS.

Plutarch. XVIII. 2