86
nach dem Februar den Schaltmonnt ein, der von den Römern Mcrcc-dinus*) genannt wird und zweiundzwanzig Tage hat. Diese Verbesse-rung der Unregelmäßigkeit, die er vornahm, sollte übrigens später nochgrößerer Verbesserungen bedürfen.
Auch die Reihenfolge der Monate wurde von ihm abgcändert. DenMürz, bisher den ersten, machte er zmn dritten, dagegen den Januar,der unter Romulns der elfte war, znm ersten; ferner erhielt der zwölfteund letzte Monat, Februar, seine Stellung als der zweite, die er nochjetzt besitzt.
Es wird vielfach behauptet, die gcnanntcu Monate, Januar undFebruar, seien von Numa erst hinzugefügt worden, anfänglich habeman nur zehn Monate für das Jahr gehabt, wie einige Völker desAuslandes nur drei, die Arkadier iu Griechenland vier, die Akarnaniersechs; in Egypten zählte das Jahr sogar nur einen Monat, erst spä-terhin vier, wie man erzählt. Dcßwegen scheinen die Egypter auch,ungeachtet sie das jüngste Land**) bewohnen, dennoch das älteste Volkzu sein und führen in ihren Genealogien eine ganz unglaubliche Massevon Jahren auf, eben weil sie die Monate als Jahre berechnen.
Cap. 19.
Daß die Römer zehn Monate für das Jahr seststcllten, nicht zwölf,dafür liegt der Beweis in der Benennung des letzten Monats. Dennsein Name ist bis auf den heutigen Tag Tceember. Daß aber derMürz der erste war, ergibt sich ans seiner Stellung; denn der fünftenach ihm hieß Quintilis, der sechste Scrtilis und in ähnlicher Weisejeder folgende der Reihe nach. Wollte man den Januar und Februarnoch dem März vorangchcn lassen, so würde sich als Folge ergeben,daß man den genannten Monat zwar als den fünften benennen, aberals den siebenten zählen würde.
Auch außerdem hatte cs seinen guten Grund, wenn man denMürz, welcher von Romulus dem Mars gewidmet wurde, als erstenMonat aufführte, sodann als zweiten den April, welcher seinen Namen
*) Dieser Schaltmonat wird bei römischen Schriftstellern außerdem nicht erwähnt.
**) Weil das Delta erst später angeschwemmtes Land ist.