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17 (1866) Romulus und Numa
Entstehung
Seite
76
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Die Pontifices haben anch die altherkömmlichen Begrübnißge-bräuche ans Verlangen zu erklären. Denn nach Nnma's Anweisunghat man in derartigen Dingen keine Vernnreinignng zn erblicken;man soll vielmehr auch die Götter des Jenseits in vorgeschriebenerWeise ehren, weil sie den edelsten Thcil von uns bei sich anfnehmen.

Ganz vorzugsweise soll man dies; der sogenannten Göttin Libi-tum thnn, welches die Wächtern; ist über die heiligen Pflichten gegendie Tobten. Vielleicht versteht man darunter Proserpina, vielleicht,und noch wahrscheinlicher, nach der Annahme der gelehrtesten römischenForscher, Aphrodite, indem man nicht ohne gute Gründe Geburt undTod mit der Wirkung der gleichen Göttin in Verbindung bringt.

Nuina war es anch, der über die Trauer, hinsichtlich des Altersund der Zeit, Bestimmungen gab. Bei einen; Kind z. B. sollte maugar uicht trauern, wem; es noch jünger als dreijährig war, und auchwenn eS älter war, nur so viele Monate, als cs Jahre gelebt hatte,bis ans zehn Jahre. Weiter sollte sich die Trauer überhaupt bei keinerAltersstufe ausdehuen. Ihr höchstes Zeitmaß durfte also zehn Monateumfassen, und so lange sollte auch die Frau eines Verstorbenen in;Wittwenstandc bleiben. Wenn Eine sich früher wieder vcrheirathete,so opferte sie nach Numa's gesetzlichen Vorschriften eine trächtige Knh.

So wurden von ihn; noch viele andere priesterliche Dienstämtcreingerichtet, von denen ich nur zwei erwähnen will, das der Salierund das der Fetialen, welche ganz besonders die Frömmigkeit diesesMannes an den Tag legen.

Die Fetialen sind eine Art von Wächtern des Friedens und ha-ben, wie mir scheint, von ihrer Bestimmung anch ihre Benennung er-halten. Sie suchten jede Streitigkeit auf dem Wege des Wortes zuverhiudern und duldeten den Beginn eines Feldzugs nicht früher, alsbis jede Hoffnung einer rechtlichen Entscheidung abgeschnitten war.Auch die Griechen nenne;; den Frieden „Eirene" (von „ero" sprechen),wenn sie ihre gegenseitigen Streitigkeiten uicht durch Gewalt, sonderndurch das Wort zum Austrag brachten. Die römischen Fetialen be-gaben sich oftmals zu der Partei, welche im Unrecht war, um sic per-