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feindselige Auslegung beimaßen, in Folge deren sie die Patricier ingroße Unruhe versetzten. Denn sie behaupteten böslichcrweise: es seieine Schurkerei, was niau hier das Volk zu bereden suche; die Patri-cier selbst seien die Mörder des Königs!
Cap. 28.
So trat denn nun ein Mann, der unter den Patricieru durchseine Geburt die erste Stelle einnahm, durch seinen Charakter im höch-sten Ansehen stand, dem Nomnlns selbst ein treuer, vertrauterFreund gewesen war, — ein Mann, welcher der albanischen Colonieangehörte, Julius Proculus, öffentlich auf das Forum, legte zuerst,indem er dabei die ehrwürdigsten Heiligthümer berührte, einen feier-lichen Eid ab, und erklärte sodann vor allem Volk: „daß ihm aufeinem Wege, darauf er ging, Romulus von der entgegengesetzten Seiteher erschienen sei; derselbe habe schön und groß ausgcschcn, wie niezuvor, und habe eine glänzende, feuerflammende Rüstung getragen.Er selbst, erschrocken über diesen Anblick, habe nun gesagt: „König,was ist dir doch widerfahren, oder was hast du gedacht, daß du unsin ungerechten, böswilligen Beschuldigungen, und die ganze Stadtverwaist, ja in unendlicher Trauer zurückgelasscn hast?" Daraufhabe Nomulus geantwortet: „cs war der Wille der Götter, Procu-lus, daß ich so lange Zeit unter den Menschen sein und dann nachBegründung einer Stadt, die zur größten Herrschaft, wie zum höchstenRuhme bestimmt ist, wieder in dem Himmel wohnen sollte, vondannen ich kam. Sei fröhlich und getrost, und verkünde den Rö-mern, daß sie Tugend und Mäßigkeit üben sollen neben der Tapfer-keit, und daun werden sie zur höchsten Stufe menschlicher Macht ge-langen. Und ich will ihnen gnädig sein, — ihr Schutzgott, —Quirinus!"
Diese ganze Erzählung erschien nun den Römern glaubwürdig,theils überhaupt wegen des Charakters, den der Erzähler besaß, theilswegen seines Eides. Ja, es schien sogar ein gewisses überirdischesPlutarch. xvn. 4