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17 (1866) Romulus und Numa
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beten hatte, „was sic an dem linken Arme trügen." Nachdem Tatiusihr dies; zugestandcn, öffnete sie Nachts eine einzige Pforte und lies; dieSabiner herein. Und nun — wie cs scheint — war es nicht Anti-gonns* *) allein, welcher äußerte: „vorher liebe er einen Verräther,nachher hasse er ihn!" — auch Cäsar nicht, der über den ThrakicrRpmitalkes in ähnlicher Weise sagt: „er liebe die Vcrräthcrei, denVerräther aber hasse er"; dies; ist vielmehr gegenüber von solchenSchurken ein gewisses allgemeines Gefühl bei denen, die ihre Dienstebrauchen, — gerade wie man das Gift und die Galle von etlichenThiercn braucht. Wenn man ihre Dienste gewinnen will, ist manfreundlich gegen sie; aber man verabscheut ihre Schlechtigkeit, sobaldman sie hat.

Dies; war jetzt auch die Gesinnung des Tatius gegen Tarpeja.Er befahl den Sabinern, eingedenk der Uebcreinknnft, ihr nichts vor-znenthalten, was sie am linken Arme trügen. Dann war er selbstder Erste, der in dem gleichen Augenblicke die Spange von der Handhcrnntcrzog und den Schild über sie hineinwarf. Alle thaten dasGleiche. So wurde sie mit dem Golde geworfen und unter denSchilden begraben, bis sie unter der Masse und Schwere erlag.

Uebrigens wurde auch Larpejns , in Folge einer von Romulnserhobenen Anklage, des Verrnths für schuldig erkannt, — wie nachJuba's Angabe Sulpieins Galba berichtet. Ueber Tarpeja selbst gibtcs auch noch andere Nachrichten. Ganz unwahrscheinlich klingt beson-ders eine solche Nachricht, wornach sie eine Tochter des sabinischenHeerführers Tatius gewesen sei und, weil sie gezwungen wurde, Ro-mnlus Gattin zu werden, das oben Berichtete für ihren Vater gcthanund gelitten habe. Auch Amigonus hat diese Erzählung. Vollendsunsinnig ist die Meinung des Dichters Simylns*), wornach Tarpejadas Capitolinm nicht an die Sabiner, sondern an die Gallier verrathenhaben soll, deren König ihr Herz gewonnen hatte. Seine Worte lau-ten so:

„Nalp Capitoltum'S Hügel — da hatte Tarpeja die Wohnung:

Doch jetzt wurde für Rom Maucrvcrtilgerin sic.

") Antigonus, Schriftsteller aus Euböa, zur Zeit des zweiten PtolcmäuS.

*) SimyluS, unbekannter Lichter, der vielleicht der Zeit Augusvs nahe stand.