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das Euter reichte. AuchMgen allerhand Vögel heran, brachten kleineBissen mit und nzten die Kindlein, dis es endlich ein Rinderhirte sah,voll Erstaunen hinzugehcn wagte und die Kleinen aushob. In dieserWeise erfolgte ihre Rettung. Zu Jünglingen hcrangewachsen, über-fielen sie den Tarchetius und überwältigten ihn.
Wir entnehmen diese Erzählung den Berichten eines gewissenPromathion, der eine italische Geschichte versaßt hat.
Cap. 3.
Soweit die Sage noch am meisten Glaubwürdigkeit besitzt undZeugen aufznweisen vermag, hat Diokles von Pepareth*) zuerst diehauptsächlichsten Umstände unter den Griechen bekannt gemacht. Ihmist sodann auch Fabius Pictor in den meisten Angaben gefolgt. Uebri-gens finden sich hier abermals neue Verschiedenheiten; im Allgemeinenist das Wesentliche Folgendes:
Aeneas war der Stammvater der albanischen Könige, und jetzteben waren in Folge eines Tddesfalls zwei Brüder, Numitor undAmulius, die Erbberechtigten. Amnlins machte auS dem Ganzenzwei Erbschaftstheile, indem er der Königswürde das vorhandene Ver-mögen und das aus Troja mitgebrachte Gold gegcnüberstellte. Nu-mitor wählte den Thron. Somit besaß Amnlins das Geld und hie-durch eine weit größere Macht, als Numitor, dem er sodann mitleichter Mühe den Thron wieder entriß. Indessen fürchtete er: dessenTochter möchte eine männliche Nachkommenschaft erhalten, und ernanntesie daher zur Vestalin, so daß sie ledig bleiben und stets als Jungfrauleben sollte. Bei Einigen heißt sie Jlia, bei Anderen Rhca, oder auchSilvia. Nun verging keine lange Zeit, als man die Entdeckungmachte, daß sie — gegen das bestehende Gesetz der Vestalinncn — sichdennoch in gesegneten Umständen befand. Ihr drohte die Todesstrafe,deren Vollzug nur durch die dringendsten Fürbitten abgewendet wurde,
*) Diokles aus Pepareth, einer cycladischen Insel, lebte wahrscheinlich etwa100 Jahre vor Q. Fabius Pictor. Letzterer lebte um die Zeit des zweiten pu-nischen Kriegs und gilt für den ältesten römischen Geschichtschreiber.