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16 (1880) Agis und Kleomenes
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lange Kleid tragen half und Muth einsprach, obwohl Kratesikleaselbst sich keineswegs vor dem Tode fürchtete, sondern nur dieeine Bitte aussprach, vor den Kindern sterben zu dürfen.

Als sie an dem Platze ankamen, wo die Henker ihr Hand-werk auszuüben Pflegten, mordeten sie zuerst die Kinder und Kra-tcsiklea mußte zusehcn. Dann kam die Reihe an sie selbst, wobeisie trotz der maßlosen Größe ihres Unglücks doch nur das einzigeWort sprach: „o liebe Kleine, wohin ist's mit euch gekommen!"

Panteus' Gattin aber, eine kräftige, große Person, schürztesich den Rock auf, um sodann jeder der Sterbenden schweigendund ruhig noch den letzten Dienst zu leisten, indem sic derenKleidung ordnete, soweit die Umstände es erlaubten. Zuletzt nachallen machte sie selbst ihre Todestoilctte und ließ die Gewandungnieder, duldete aber nicht, daß irgend ein Dritter heraukam undsie sah, mit Ausnahme dessen, der zur Vollziehung der Hinrich-tung befehligt war. Sie endete als eine Heldin, und brauchtekeine Hand, die sie noch herausputzte oder zudecktc nach ihremTode. So blieb denn auch im Sterben noch die edle Schönheitihrer Seele, und die sorgsame Achtsamkeit, die sie im Leben ihremLeibe angedeihen ließ, wurde von ihr bewahrt bis zum letztenAugenblick.

Cap. 39.

Lakcdämon hatte durch dieses tragische Fraucnschicksal einengroßartigen Wettkampf durchgckampft, einen Kampf um die Männ-lichkeit mit der Männerwelt. Es hatte auch hier den Beweisgeliefert, daß selbst in Zeiten des äußersten Unglücks die wahreTugend nicht verhöhnt werden kanü von dem Schicksal.

Wenige Tage nachher bemerkten die Leute, welche den ge-kreuzigten Leichnam des Klcomencs bewachen mußten, eine unge-wöhnlich große Schlange, die sich um seinen Kopf hernmgeschlungcnhatte und hiedurch das Gesicht verdeckte, so daß kein fleischfressenderVogel hcranslog. Dies erweckte in dem König eine abergläubischeVcsorgniß und Angst, wie es auch die Weiber zu seltsamenReinigungen veranlaßte, indem man jetzt den Getödteten für einen

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