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2 (1868)
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Hilfswissenschaften.

einen Lilienstengel mit drei Blüthen (Holzschnitt in der Sammlung vonT. O. Weigel).

Jlaria.') Von den Darstellungen der heil. Jungfrau, insofern sie in dasGebiet der Bibel fallen, ist schon oben S. 899 f. bei den biblischen Bilderndie Bede gewesen; durch die Beimischung des Legendarischen. besondersnach dem Protevangelium Jacobi (Thilo, Cod. apocr. N. T. 1, 161—273),der Geschichte der Kindheit Jesu (ebd. S. 339—4 00) und dem Büchleinvom Hingang Mariä, hat sich jedoch ein eigenthümlicher Cyclus maria-nischer Darstellungen gebildet, bei deren Aufzählung wir dem ausschliess-lich diesem Gegenstände gewidmeten Prachtwerke der Frau Anna Jamesonfolgen: * 2 ) I. Marienbilder als Gegenstand religiöser Verehrung: 1. Die

Jungfrau ohne das Kind. Nach dem Mosaikentypus (in S. Maria in Portozu Ravenna aus dem VII. Jahrh.) als verschleierte Matrone mit betendausgebreiteten Armen ; zur rechten Hand ihres verherrlichten Sohnes sitzendals Sponsa Dei; in einem Buche lesend als Virgo sapicntissima; von GottVater und Christus gekrönt als Virgo incoronata; ihren Mantel ausbreitendüber die gläubige Gemeine als Mater misericordiae »Maria Schutz« ; unterdem Kreuze stehend; ein Schwert, auch fünf oder sieben Schwerter in derBrust (Luc. 2, 35), mit Beziehung auf ihre sieben Schmerzen (die Be-schneidung Christi, die Flucht nach Aegypten, die Verlierung Jesu imTempel, die Kreuztragung Jesu, seine Kreuzigung, Abnahme vom Kreuze,Grablegung; im Gegensätze zu den sieben Freuden: die Verkündigung,die Heimsuchung, die Geburt Christi, die Anbetung der Weisen, die Auf-erstehung Christi, die Ausgiessung des heil. Geistes, die Krönung durchGott Vater und Christus) als Mater dolorosa »Schmerzensmutter«; auf derMondsichel stehend als Virgo purissima , »Gottes Magd«; Regina sine labeoriginali concepta, »Himmelskönigin«. Die seit dem XV. Jahrh. aufkom-menden sogen. Rosenkranzbilder hängen zusammen mit den Rosen-kranz-Brüderschaften : 3 ) rothe und weisse Rosen (Freuden und Leiden derMaria) umgeben die heil. Jungfrau, der alle Stände Rosenkränze über-reichen; mit diesen Bildern stehen dann auch jene einfacheren in Verbin-dung, auf denen »Maria im Rosenhag« dargestellt ist. — 2. Die Jungfraumit dem Kinde; üblich seit den nestorianischen Streitigkeiten. Auf einemThrone sitzend mit dem Kinde auf ihrem Scliooss , in feierlich ernstemTypus als Sancta Dei genitrix, Virgo deipara, »Mutter Gottes«; das Kind aufden Armen haltend , in reizend lieblichem Typus als Mater amabilis, almamater. — II. Historische Bilder. 1. Das Leben der Jungfrau von ihrer Ge-

ll Lehn er, F. A., über die älteste Entwicklung des Mariencultus, in denMittheil, der k. k. Central-Commission. (18G2) 7, 119—127.— Ulrici, H. , überdie verschiedene Auffassung des Madonnen-Ideals bei den älteren Malern. 1854. —Genthe, die Jungfrau Maria, ihre Evangelien u. ihre Wunder. 1852.— Gunip-penberg, W., de imaginibus deiparae miraeulosis. i657.— Oettinger, E. M.,Iconographia mariana oder Versuch einer Literatur der wunderthätigen Marien-bilder. 1852.

2) Legends of the Madonna, as represented in the fine arts. Ey Mrs. Jameson.London 1952. — Vgl. Wagner, F,, Nürnberger Bildhauerwerke des M.-A. Heft I :Marienbilder (des XIV. bis XVI. Jahrh.). 1847.

3) Vergl. Mayer, J. F., Diss. de rosario (1720). p. 44 sqq. — Collectio Wei-geliana 1, 108.