Epigrapliik.
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besonders auch die Namen der vier Evangelisten oder der h. drei KönigeCaspar, Melchior und Balthasar; 1 ) die Siglen A. G. L. A. (s. obenS. 818 Fig. 361) und das Consummatum est (nämlich vom Feuer zu ver-stehen) aus Joh. 19, 30. — Anrufungen , wie: Hilf got, maria berath,oder Hilf heilige fraw st. Anna sclbdritt etc. kommen erst seit dem XIV.,besonders aber im XV. und XVI. Jahrh. auf Glocken vor. — y) Histo-rische Notizen über Verfertiger, Donator und Entstehungszeit der Glockenkommen vor dem XIV. Jahrh. nur selten vor; auf datirten Glocken desXIII. und XIV. Jahrh. pflegt ausser der Jahreszahl auch der Tag desGlockengusses nach dem römischen Kalender angegeben zu sein. ImXV. und XVI. Jahrh. sind die meisten Glocken datirt, enthalten abernur die Jahreszahl, der Giesser ist oft. der Donator zuweilen genannt.Wenn in lateinischen Glockeninschriften das Wort fecit neben einemNamen vorkommt (z. B. Arnoldus me fecit oder Tollius me fecit)-, bleibt eszweifelhaft. ob der Giesser oder der Donator gemeint ist. In deutschenInschriften ist für den Giesser die gewöhnliche Formel: NN. goss michoder hat mich gegossen. — Auf der ältesten bekannten datirten GlockeDeutschlands zu Würzburg (oben S. 245 Anmerk. 2) steht untenherum: Anno. Dni. Mill. CC. XL. VIIII. Indictione septhna. Dns.
Cvnrad'. Abb. me. fieri. ivss., und auf der Mitte der Glocke: Katerina.d. Q. — Hin und wieder sind an Glocken auch Abgüsse von Siegeln(des Donators etc.) und Münzen angebracht.
Anmerkung. Es gibt Glockeninschriften, häufiger aus der Ma-juskel-, als aus der Minuskelzeit, deren Deutung zweifelhaft bleibt oderüberhaupt nicht gelingen will, woran oft Schreibensunkunde und technischeFehler der Glockengiesser die Schuld tragen. Diese ehrenwertlien Fland-werker, in der lateinischen Sprache sicherlich höchstens Tironen , ver-standen die Gebetsformeln und Sprüche, die sie wohl nicht immer nach ge-gebener Vorschrift, sondern aus ihrem eigenen Vorrathe auf die Glockensetzten, wahrscheinlich oft selbst nicht und hatten dergleichen Sprüche le-diglich durch handwerkliche und Familienüberlieferung überkommen ; dieTradition aber musste bei mangelndem Verständniss Corruptionen zur Folgehaben, wie namentlich bei Zauberformeln , die unverstanden weiter ver-breitet wurden, leicht zu erweisen ist. Auch die.auf diesen Gebieten stetsbeliebte Geheimnissthuerei kommt hiebei, vielleicht selbst bei der Ver-kehrtschreibung mancher Inschriften mystischen Inhalts (oben S. 817 An-merkung 2) in Betracht. Es genügte ja, wenn nur ein recht kräftigerWetter- oder Feuersegen auf der Glocke stand; ob man denselben lesenund verstehen konnte, war von sehr untergeordnetem Belang. — Auchbloss decorati ve Glockeninschriften dürften Vorkommen, z. B. die Buch-staben des Abc in alphabetischer Reihenfolge. Für Liebhaber von Deu-
I) Dass dergleichen Zusammenstellungen gewisser Namen etc. als Ilannformelngegen böse Geister und besonders gegen D onn er w etter gebraucht wurden , be-merkt Luther: Eisleber Ausg. 2, 431. b.