Gothische Epoche.
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Domes zu Krakau die Hochgräber der Könige Ladislaus Ellenhoch 1333und Kasimir des Grossen j 1370: letzteres aus schwarzem Marmor undmit einem Baldachin übersetzt (Mittheil, der k. k. Central-Commission 10,84—86 Fig. 9—13).
Ueber Taufsteine vergl. oben S. 212—219.
h. F.rzgiisse. Werke der Kunstgiesserei im grösseren Maasstahe sindäusserst selten: Im Dom zu Cöln die Bronzestatuen Erzb. Conrad’s v.Hochsteden (-J- 1261) in einfachem Stil mit trefflich lebenswahrem Gesicht(restaurirt) und Erzh. Friedrich’s v. Sarwerden -J- 1414 in massiger Behand-lung mit sehr individuellem Gesicht; beide auf Hochgräbern aus Stein ru-hend. — Im Chor des Domes von Lübeck das liegende Erzbild BischofsHeinrich Bockholt -j- 1341 mit höchst ausdrucksvollen Gesichtszügen undin natürlicher Körperhaltung (Statz undUngewitter, Musterbuch. Taf.198 f.). — Ein durch lebendige Action ausgezeichnetes Denkmal ist dasReiterstandbild des den Drachen bekämpfenden h. Georg (etwas mehr alshalbe Lebensgrösse), gegossen 1373 durch Martin und Georg von Clus-senbach, auf dem Schlosshofe zu Prag (restaurirt 1562).
Bei Anfertigung der in Niederdeutschland zahlreich vorhandenen Erz-taufen (oben S.221 — 223) und Bronzeleuchter (oben S. 125 —127)concurrirten die beiden verwandten Gewerke der Apengeter und der Gra-pengeter *), und der etwaige Kunstwerth der zum Schmucke dieser Gerütheangebrachten Reliefs dürfte auf den grösseren oder geringeren Kunstsinnder Holzschneider zurückzuführen sein, welche wahrscheinlich für die Gies-sermeister die Modelle arbeiteten.
Den Gusswerken sind die in Norddeutschland ziemlich häufig vorkom-menden Metallgrabplatten 1 2 ) mit geschnittenen und gravirten Figuren an-zureihen. Die Bezugsquelle der gegossenen Platten scheint am Nieder-rheine 3 ) gewesen zu sein, die in das Fach der Goldschmiede schlagende
1) Die Apengeter ( Apen = Affen; überhaupt allerhand Figuren: Ulen undeapen), die sich auch rinkvilere oder bretzenmuhere nannten, verarbeiteten hauptsäch-lich rothes, sprödes Messing und verfertigten meist dergleichen Kleinigkeiten, wiez. B. zu Lübeck in den Nürnberger Kellern käuflich waren: Handfässer, Fasshanen,Schnallen (bretzen) . Fingerhüte etc., auch Chrysambüchsen und Weihrauchfässer;ganz besonders aber fielen messingene und kupferne, ausgestochene eiserne undblechene Leuchten und Leuchter in ihr Fach. Dass sie eigentlich auf kleinere Arbei-ten beschränkt waren, geht daraus hervor, dass sie zwar alte Grapen repariren durften,aber nur, wenn dieselben nicht schwerer als 7 Pfd. waren. — Die Gr apengeter[ollifusores) verarbeiteten eine obrigkeitlicher Kontrolle unterworfene Legirung vonweichem Kupfer und bleifreiem Zinn (r/ropenspise) und verfertigten Grapen, Pfannenund Mörser etc. — Nach einer Entscheidung des Käthes zu Hannover von 1 ISO warden Apengetern erlaubt Apenwerk zu giessen, aber nicht Grapen, Tiegel, Büchsenund Mörser. — Vergl. Brinckmeier, Glossarium diplomaticum s. v. Apengheter.
■— Wehrmann, C., die älteren Lübeckisclien Zunftrollen. 1S64. S. 157— lüO;225—229; 504.
2) Lisch, G. C. F., Messingschnitt u. Kupferstich des M. A., im DeutschenKunstbl. 1851 S. 21 f. u. 1S52 S. 306—370; vergl. Ivugler, ebd. 1850 S. 200. 1851S. 28; Hertel, ebd. 1S53 S. 361; auch Schnaase, Kunstgesch. 6, 387—390.
3) In dem Testamente des 1305 gest. Burgemeisters Hermann Gallin zu Lübeckverordnet derselbe, ihm in der Kirche zu setzen mnum F l am in ff i cnm anricalciumßgurationibus bene factum lapidem funeralem.« Vgl. Lisch, a. a. O. 1852 S. 370.
— In England, wo dergleichen Grabplatten sehr verbreitet sind, waren dieselben im