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2 (1868)
Entstehung
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683
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Gothische Epoche.

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etwas zum Lächeln geneigt (Ivugler, Kl. Sehr. 1, 156 158). In vollerAusbildung erst timt sich der neue Stil kund in den zehn Standbildern derStifter des Domes zu Naumburg an den Wandpfeilern des Westchoresund aus den Werkstücken der letzteren gearbeitet: es sind Fürsten undfürstliche Frauen, jugendliche und ältere, einzeln oder paarweise gestellt,mit idealisirten, weichen Gesichtszügen und von mehr kräftig breiter, alsschlanker Gestaltung; jedes einzelne Bild von individuell verschiedenemCharakter, einige der Frauen lächelnd (Puttrich, Denkm. II. Serie Naum-burg. Bl. 16 f. Förster, Bildnerei 5, 23 26 u. 2 Tat'. Vergl. denaus Försters Kunstgeseh. entlehnten nebenstehenden Stahlstich). ') Der-selben Biehtung gehört die bildnerische Ausstattung des westlichen Lett-ners an : Christus am Kreuz mit Maria und Johannes und ein Fries mitScenen aus der Leidensgeschichte. Wenig jünger erscheinen die aus der-selben Schule hervorgegangenen Standbilder der Gründer und Patrone imChor des Domes von Meissen. (Puttrich I. Serie Meissen Bl. 14 a f.)Obgleich nicht in den Kreis kirchlicher Kunst gehörig mag wegen der Sel-tenheit eines solchen öffentlichen Denkmales aus dem M. A. das (restau-rirte) friihgothische Reiterstandbild Ottos des Grossen auf dem alten Marktezu Magdeburg 1 2 3 ) angeführt werden, das wohl nur in der IlciterstatueAlbrechts des Bären zu Alt-Halden sieben ein Seitenstück hat.

Aus der Fülle der Sculpturen im ausgebildeten Stil, meist als Schmuckmit den Kirchengebäuden in Verbindung stehend, sind hervorzuheben:Im Rheinlande: die Bildwerke am und im Münster zu Freiburg i. lL.namentlich der grossartige und meisterlich ausgeführte Cyclus der Sculptu-ren des Portales der Thurmhalle (Abbild, bei Möller, Schreiber etc.,auch bei Statz und Ungewitter Taf. 113; vergl. oben S. 497), an derWestfront des Strassburger Münsters (zum Theil in modernen Erneue-rungen), von Erwin v. Steinbach 1291 und an der Südseite desselben,von der Tochter Erwins Sabina, und besonders die Statuen des Heilan-des, der Maria und der 12 Apostel an den 14 Chorpfeilern des Domes vonCöln, welche in den Köpfen noch typisch, in der geschwungenen Haltungzwar manierirt, jedoch in der Behandlung der Gewänder meisterhaft unddurch die prachtvolle Bemalung bewundernswerth sind. s ) Ein Relief imDomkreuzgange von Mainz, Gruppen der Seligen und der Verdammten(Emden und Wetter, Taf. 15). Das Südportal des Domes zu Worms. Die Verkündigung an der Westseite der Kirche zu Altenberg heiGöln. Der Lettner der Stiftskirche zu Oberwesel mit vier schönenGewandfiguren. Den Uebergang in den Stil des XV. Jahrli. bezeichnen

1) Lepsius, üb. das Alterth. etc. (s. oben S. 419 Notal), auch in desselbenKl. Sehr. 1, 1 35 u. 1(1 Taf.

2) Quast, Ferd. v-, die Statue Kaiser Ottos des Grossen zu Magdeburg, inder Zeitschr. für Archäol. u. Kunst 1, 1(JS124 u. Taf. 79. (Auch bei Förster,llildnerei zu 9, 19 25). K. S(chnaase), die Reiterstatue Kaiser Ottos I. inMagdeburg, im Anzeiger des german. Museums. 1856. Sp. 231 f.

3) Levy-Elkan, Dav., die vierzehn Standbilder im Domchore zu Cöln (inFarben- uud Golddruck). 1842. Mit Text von A. Re ich ensp erge r (VermischteSehr. S. 2554). Neue Ausgabe in verkleinertem Maasstabe bei Wengler in Leipzig.