Druckschrift 
2 (1868)
Entstehung
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682
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Bildende und zeichnende Künste.

Bildwerke, nicht aber durchgeliends in der Art und Weise ihrer Aus-führung nach, und noch mehr als bei der Baukunst (oben S. 310 § 79)muss man hier bedauern, dass der mit so glücklichem Erfolge einge-schlagene Weg nicht weiter verfolgt worden ist. Allein die Malereigelangt seit der Mitte des XIV. Jahrhunderts in den Malerschulenvon Cöln, Westfalen, Böhmen und Nürnberg zu höherer Ausbildungund Bedeutung. Die Erzgiesserei bleibt meist handwerksmässigemBetriebe verfallen.

Vergl. Schnaase, Kunstgesch. IV. 1, 401 410; V, 754 765. 799; VI,368540.Kugler, Kunstgesch. 2, 391397. 457468. E. Förster,Gesell, der deutschen Kunst 1, 164219. Waagen, Gesell, der Malerei1, 3366.Lübke, Gesch. der Plastik S. 355378. 383418.

a. Scillpf lir. Ueber die ausgedehnte Anwendung des bildnerischenSchmuckes an den gothischen Kirchengebäuden reicherer Bauart vergl. obenS. 480. Verfertiger dieser Sculpturen waren die Steinmetzen.

Ebenso, wie der frühgothische Baustil an verschiedenen Stellen Deutsch-lands zuerst sporadisch und sprungweise auftrat (oben S. 470), verhielt essich auch mit der neuen Richtung der Sculptur. Im Dom zu Magdeburgsind übereinstimmend mit dem architektonischen Ornament und Detail dieStatuen an den Pfeilern des Chorumganges (oben S. 668) noch von roma-nischer Strenge. Dagegen erscheinen die Sculpturen an dem noch rund-bogigen Westportal und an den oberen Theilen der Frontwand der Lieb-frauenkirche zu Trier in einer schwankenden Behandlungsweise: die Hal-tung der Figuren ist zwar steif und die Gewandfalten sind geradlinig paral-lel, aber es spricht aus dem Ganzen ein tiefes Gefühl, weniger von Hoheitund Würde, als von Keuschheit und kindlicher Frömmigkeit. Die Lünettezeigt die Anbetung der Könige und andere Scenen aus Jesu Kindheit; dieBogenumläufe mit Engeln, Bischöfen, musicirenden Figuren, Heiligen undden zehn Jungfrauen ; an den Gewänden (statt der ursprünglichen sechs)drei Statuen : ein Apostel und die allegorischen Figuren der Kirche undSynagoge; oben an den Strebepfeilern Abraham und Noah, neben demFenster die Verkündigung und im Giebelfelde der Crucifixus zwischenMaria und Johannes. Minder reich ist das Nordportal mit der in freieremSchwünge behandelten Krönung Mariä im Bogenfelde, (ausm Weerth,Kunstdenlun. Bd. 3 Taf. LIX u. LX. 1. Schmidt,'Baudenkm. vonTrier 1, 36 ff. u. Taf. 6 f.) In ähnlichem Widerstreit des Gedankens mitder unbehilflichen Technik erscheinen die sehr verwitterten Bildwerke ander Kirche zu Tholey und an dem noch rundbogigen Südportal der Stifts-kirche zu Wetzlar. An dem der Uebergangsperiode angehörigen Domezu Bamberg folgen auf die gothisirend romanischen oben S. 667 f. erwähn-ten Sculpturen andere Statuen am östlichen Portale des südlichen Seiten-schiffes (Adam, Eva, Petrus, Heinrich II., Kunigunde und Stephanus) undin den Seitenräumen des Ostchores (hier namentlich die Reiterstatue einesKönigs, vermuthlich Conrads III.), an denen sich eine von ersteren ganzverschiedene Richtung kund giebt: feierlicher Ernst bei sorglicher Beach-tung natürlicher Bildung und effectvoller Gebärde, in den Gesichtern bereits