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II. 3.
triebscapital besitzt, als nothwendig ist, um seine General- undReisekosten zu bestreiten, und das Risico zu übernehmen, dassfür die erhaltenen und ausgeführten Bestellungen auch dieZahlungen einlaufen. Beim localen Handwerk trat eine ähn-liche Entwicklung um so später in Deutschland ein, je längerin Folge der territorialen Zerrissenheit die örtliche Abge-schlossenheit sich erhielt; dann aber gerieth sie mit dem Aus-bau der Eisenbahnen und dem Aufschwünge des Verkehrs inein rapides Tempo. Auch hier vermochten die Kleinmeisterden steigenden Anforderungen nicht zu folgen, sie hatten keineAuswahl und auch hier traten Magazine an die Spitze, geleitetvon gewandten Händlern, an welche die Meister ihre Producteabsetzten; von nun an beginnen locales Handwerk und hand-werksmässige Industrie in einander überzugehen.
Ueberhaupt hat sich der handwerksmässige, der Arbeiter-betrieb nur noch in engen Grenzen erhalten, und selbst dannhat er eine kaufmännische Spitze in den Connnissionären undMagazinen. Die Gewerbe ohne oder mit nur geringer Arbeits-theilung sind es, in welchen er sich im Wesentlichen nocherhalten hat, soweit der mechanische Betrieb nicht eingedrungenist. Dort stehen dann Händler und Meister neben einander.Wo jedoch die Arbeitsteilung eine entwickelte ist, ist dasHandw r erk wohl überall in die Hausindustrie übergegangen,indem der Kaufmann neben dem Verkauf der Waaren auchden Ankauf der Rohstoffe besorgt und diese gegen Lohn ver-arbeiten lässt. Die arbeitsteiligen Handwerke gehen danndurch das Medium der Hausindustrie zum Manufactur- undFabrikbetriebe über, die Handwerke thun es direct. DieserUebergang vollzieht sich bei aufsteigender Conjunctur sein-rasch, indem dann grössere Betriebs- und namentlich Anlage-capitalien riscirt werden; beim Rückgänge der Conjuncturschöpfen die Handwerke wieder Atliem, weil bei sinkendemLohne die Hand wieder mit der Maschine concurriren kannund weil sich wieder Hülfsarbeiter einfinden. Dem Handwerkverbleiben schliesslich nur solche Gewerbe, welche Specialitätenin geringen Quantitäten herstellen, die eine grosse Anlage nichtvoll beschäftigen, oder welche eine besondere Kunst- oderHandfertigkeit erfordern. Vollends verliert das locale Hand-werk immer mehr Boden seit dem Umsclnvunge in den ge-sammten Verkehrsverhältnissen, und beschränkt sich schliess-lich auf diejenigen Gewerbe, welche localen und individualisirtenBedürfnissen genügen oder Reparaturen ausführen.
Aus den bisherigen Betrachtungen ergibt sich denn fol-gendes Schema für die gewerblichen Betriebssysteme.
A. Eigenwirtschaft.
a) Hausvirthschaft, Hausarbeit, Hausiieiss (handwerks-mässiger Betrieb).
b) Klöster, Herren- und Frohnhöfe (Manufacturbetrieb).