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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

und dann von den Geholfen, jungen Architecten, ausgeführt.Naturgemäss arbeiten die Baumeister mehr mit dem archi-tectonischen Ornament und den körperlichen Kunstformen derMöbel. Geräthe, Gefiisse und Schmucksachen, weniger mit demFlachornament, da hier die technischen Schwierigkeiten dochgewisse Hindernisse entgegenstellen.

Bei der Jugend der privaten Bestrebungen wird es er-klärlich , welchen Einfluss das deutsche Gewerbemuseum inBerlin gewinnen kann. Nicht Private, sondern in verhält-nissmässig hohem Grade ein öffentliches Institut erscheintals Pflegerin des sich entwickelnden Kunstgewerbes. BreiBeamte des Museums sind zugleich gewerbliche Künstler undbeschäftigen die Schulen der Compositionsklassen mit der fach-massigen Darstellung kunstgewerblicher Gegenstände. Indess,sei es, dass die innere ganz unwürdige Ausstattung des Institutsein Hinderniss ist, sei es, dass die Personen nicht die gleichensind, das Berliner Museum hat nicht entfernt den Einfluss aufdie Industrie, wie ihn das Wiener besitzt, welches das öster-reichische Kunstgewerbe hervorgerufen und ihm eine einheit-liche Itichtung gegeben hat.

Indess bleibt anzuerkennen, dass seit der MünchenerAusstellung auch in das deutsche Kunstgewerbe ein frischererZug gekommen ist. Wann wird aber endlich die Selbständig-keit desselben eintreten? (Nicht zu verwechseln mit demnationalen Styl.) Wann werden die Fabrikanten ihre Frei-beuterei an fremden Mustern aufgehen und nach eigenenMustern arbeiten? Offenbar erst dann, wenn die kunstgewerb-lichen Musterzeichner sich selbständig hingestellt haben undals selbständige Männer mit künstlerischem Verständniss undeigenen Ideen ihnen gegenüber treten. Die gegenwärtignoch in der Hausptsache sich erhaltende Vereinigung vonKaufmann, Fabrikant und Künstler bedeutet schlechte Technikund geschmacklose Kunst.

Selbständige Unternehmungen für kunstgewerbliches Muster-zeichnen werden aber nur in dem Masse entstehen, als esFabrikanten gibt, welche Verständniss für die Kunst besitzenund ihr Fleil nicht in zwecklosem Nachahmen suchen und dieerhaltenen Muster verstümmeln, um die Kosten der Herstellungzu vermindern. J ) Die Einführung des Musterschutzes war inDeutschland der erste Schritt zur Besserung; nun handelt essich ferner um eine technische und künstlerische Erziehungder Fabrikanten, welche dann im Bunde mit den Künstlernauf das Publicum und dessen Geschmack einzuwirken hätten.Hierin ist noch alles zu leisten und die bevorstehende Gewerbe-

r l Treffliche Bemerkungen über die Stellung des Musterzeichners zumFabrikanten und Publicum macht G. Semper: Der Stil. 1860. I. Bd. S. Xllund XIII.