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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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11. 3.

haltene Fortbildungsscliule zu besuchen, und zwar am Mitt-woch und Samstag je drei, am Sonntag zwei Stunden, ohnedass deshalb ein Abzug am Lohn stattfindet. Die 3035Schüler werden in den Elementarkenntnissen befestigt, imLinear- und Freihandzeichnen, wie in den Elementen der Phy-sik und Mechanik unterrichtet. In den Werkstätten selbstbesteht eine besondere Anleitung durchaus nicht; die jugend-lichen Arbeiter in Nippes unterscheiden sich von denen ander-weit in keiner Weise; keine der bestehenden Veranstaltungenverdient irgendwie den Namen einer Lehrwerkstätte; vielmehrbleibt es hier wie in allen anderen Fabriken den jugendlichenArbeitern und dem Zufalle überlassen, inwieweit sie ihr Ge-werbe erlernen; aus den tüchtigen und intelligenten Arbeiternrecrutiren sich die Werkmeister.

Ferner gibt es noch eine im Jahre 1872 gegründetetechnische Schule am Orte, welche von 86 Söhnen aller Ein-wohner besucht und hauptsächlich durch das Schulgeld von24 Mark und in den höheren Klassen von 36 Mark jährlicherhalten wird; den Ausfall deckt die Bahnverwaltung. Diesean den Elementarunterricht anknüpfende Schule lehrt in drei-jährigem Cursus, bei einer Zahl von 32 Stunden in der Woche,ihre Zöglinge die deutsche, französische und englischeSprache, Geographie und Geschichte, Schönschreiben, Rechnen,Mathematik, Physik, Chemie, Mechanik. Maschinen- und Bau-constructionslehre, Zeichnen und Buchführung, - sie ist alsoeine gewerbliche Mittelschule, welche aus dem unglücklichen Ehr-geiz, ihre Abiturienten bis zur Prüfung des einjährig Freiwilligenzu bringen, den ganz zwecklosen Unterricht in den fremdenSprachen mit aufgenommen hat. Mit dieser Schule sind keinerleipractische Uebungen von Belang verbunden; die ganze Zeitder Zöglinge wird durch Schulbesuch und Schularbeiten inAnspruch genommen. Aus den Tüchtigeren gehen die mitt-leren Subalternbeamten hervor; sie beginnen als Zeichner imtechnischen Bureau, als Bauführer und in ähnlichen Stellungen;nur wenige treten in die Praxis als Werkmeister.

Bei dem System der Rheinischen Bahn erhalten also diejugendlichen Arbeiter eine vortreffliche, allgemeine Bildung inden Fortbildungsschulen, sie empfangen aber in den Werk-stätten keine besondere Belehrung und werden practisch nichtzu Werkmeistern vorgebildet; auf der technischen Schule ge-messen die Beamten- und Bürgersöhne eine zu hohe theore-tische Vorbildung, um später noch practisch als Werkmeistermitarbeiten zu wollen. Das russische System der Eisenbahn-schulen 1 ) scheint demnach vorzuziehen, und auch seine Resul-

1 ) E. Andreeff: Ecoles professionelles de gargons. (Les institutionsiOur lamelioration de la condition des classes ouvrieres en Russie. Bruxelles,laneaux. tome II. 186196.)