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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
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II. 3.

kein Werkführer dürfe einen Webstuhl, Laden oder eineSchenke halten; endlich solle ein Ehrenrath gebildet werden,welcher über die Lohnhöhe befinde.

Die.Etablirung einer Lohnliste findet sich aber nicht; einesolche wäre auch bei den fortwährend wechselnden Mustern, heidenen der Lohn erst allmählich berechnet werden kann, ganzunmöglich gewesen. Ein Lohn wurde dem entsprechend nur fürdie drei Artikel der Zwirn-, Cachemir-, halbseidenen Westen undSatintücher festgesetzt. Aber auch hier zeigte sich das Unzu-reichende einer solchen rein privaten Vereinbarung; eine Mengevon Fabrikanten entzog sich von Anfang an derselben, und dieLöhne erhielten sich auf ihrer Höhe weniger durch die directeEinwirkung als durch die blosse Existenz und die moralischeKraft des" Arbeitsraths. Grosse Fabrikanten, wie Simons,Wm. Meckel u. a. erklärten sich wiederholt für seine Bei-behaltung und Ausdehnung auf alle Fabrikanten. Auch derMinister erkannte unter dem 5. November 1853 das Wünschens-wertlie des Bestehens eines solchen Instituts an, nur sei esunzulässig, demselben mehr als den Character einer privatenVereinbarung beizulegen, welcher sich zu unterwerfen, Niemandgezwungen werden könnte. Ilamit war der Tod des Ehren-raths besiegelt, und vergeblich baten die Weber und Wirkeram 9. December 1856 um seine Wiederherstellung, mit Hin-weis auf die Steigerung der Lebensmittel und das Sinken desGeldwerths und die Lohnerniedrigung, welche bei rückgehenderConjunetur in Folge der Concurrenz der Fabrikanten untersich stattfände.

Für die rückgehende Leinen-, Baumwollen- und Seiden-industrie fanden die Elberfelder Fabrikanten Ersatz in derWolleuindustrie in ihren verschiedenen Branchen der Streicli-und Kammgarn-, Möbel- und gemischten Stolle. Schon imAnfänge der 1830 er Jahre entstanden im Wupperthale zweiTeppichfabriken und zwei andere für halbwollene Mantel-stoffe und Tischdecken, welche sämmtlich einen guten Fort-gang nahmen, im Jahre 1831 eine Merinofabrik nach englischerArt, welche nach drei Jahren Sachsen und selbst EnglandConcurrenz machte. Obwohl die Industrie sich beständig aus-dehnte, hatte sie in den mit Baumwolle gemischten Stoffengegen die sächsische, in den mit Seide gemischten gegen diefranzösische Concurrenz zu kämpfen. Im Jahre 1845 warendie wesentlichsten Producte Stückzeuge und Shawls; letzterebegegneten allenthalben grosser Concurrenz und namentlichdie sächsische wurde ihr gefährlich, zumal im Jahre 1848durch den Arbeitsrath die ßeduction des Lohnes gewissenFörmlichkeiten unterlag. Fuss um Fuss verloren die Streich-garngewebe Terrain gegen Sachsen und auch die Orleans-stoffe, welche durch Factoreien in ausgedehntem Masse inWestphalen und am Niederrhein hergestellt wurden, waren