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II. 3.
Nebenbuhlern ausschlossen und damit die Waarenpreise fest-zuhalten im Stande waren. Endlich kamen fortwährend neueIndustrieen auf, welche Arbeiter anwerben mussten; dadurchhielten sich die Löhne auf einem gewissen Niveau. GrosseKämpfe um den Lohn haben nicht stattgefunden; das Truck-system und andere Missbräuche herrschten hier wie allenthalben,ohne dass daraus Schlüsse auf besondere Calamitäten zu ziehensind. Die Industrie des Thaies lag am Ende des vorigen Jahr-hunderts in den Händen von etwa hundert Fabrikkaufleuten;einzelne von diesen besassen selbst Bleichen, andere Hessen umLohn bleichen. Sobald einer auf eigne Rechnung bleichen liess,dieses den Garnmeistern anzeigte und die gewöhnliche Gebührentrichtete, wurde er Mitglied der Garnnahrung und genossdas Privilegium derselben. Die eigentliche Arbeit wurde vonBleichknechten ausgeführt, welche für die Bleichsaison einengewissen Lohn erhielten, für den sie sich ihre Nahrung in Kar-toffeln. Brot, Kaffe und Branntwein selbst anschafften. —
Neben der Bleiche war das Zwirnrad die älteste Nahrungs-quelle der Wupperthaler Gewerbtreibenden. Bis in unser Jahr-hundert erhielt sich die Fabrikation von Nähzwirn aus Flachs-garn, im vierten und fünften Jahrzehnt desselben nur kümmerlichihr Dasein fristend, bis sie endlich erlosch. Der Grund lag theilsin der durch ihre feineren Garne übermächtigen ConcurrenzEnglands und Belgiens, theils darin, dass der Schutzzoll aufZwirn kaum höher war als auf einfache Garne, theils in derErhöhung des Eingangszolles seitens anderer Staaten, z. ILFrankreichs im Jahre 1842, wodurch ein altes Absatzgebietversperrt wurde. Dagegen kam im Jahre 1849 das Baum-wollen-Strickgarn dem englischen fast gleich, nicht aber dasNähgarn, einmal weil es schwieriger herzustellen ist, dann weilin England das Zwirnen vielfach mit dem Spinnen verbundenwar, indem es direct von den Spindeln geschah. In jenemJahre fabricirte nur ein Haus rohes Nähgarn; der Nähzwirnkam massenhaft aus England ins Wupperthal, um in kleinenSträngen gebleicht und gefärbt und in diesem veredelten Zu-stande wieder ausgeführt zu werden. Um jene Zeit kam einneuer Artikel auf, der von steigender Bedeutung wurde: dasEisengarn, ein gewachstes, durch Maschinen geglättetes Näh-garn. Die Güte und Eleganz, die Egalität und Stärke desFadens sicherten diesem Garne eine weitgehende Verwendungin Halbseide und andern Stoffen. Die Industrie der Strick-,Näh- und Eisengarne mag in der Gegenwart mit der zusammen-hängenden Färberei über tausend Arbeiter beschäftigen. J )
9 Die Gewerbezählung vom 1. Dec. 1875 ergab für Barmen (in Elber-ield ist diese Industrie von geringerer Bedeutung):