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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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zwei Jahre im Jahre 1742, das Zeichen eines ausgebildetenSystems der Lohnarbeit.

Für die Lohnbleicher hatte diese anschwellende Capital-macht der grösseren Kaufleute und die Zunahme der Industriedie Folge, dass sie einerseits unter einen tieferen Druck derKaufleute geriethen, andererseits beim steigenden Bodenwerthhöhere Mietpreise für ihre Bleichplätze zahlen mussten. Da-her suchten sie sich immer energischer an der Güte der Waarenschadlos zu halten. Das liessen die Kaufleute sich nicht ge-fallen und veranlassten unter dem 8. März 1728 eine Bleich-ordnung, welche genau die Technik vorschrieb. Vor allemwurde die Anwendung von Pottasche und Kalk verboten; dashatte seinen Grund darin, dass die Bleicher bei den steigendenKohlenpreisen zu diesem neuen Aetzmittel gegriffen hatten, umihre Arbeit in kürzerer Zeit fertig zu stellen, die rationelleVerwendung desselben aber noch nicht kannten. Ferner mussteder Bleicher dem Garn, wenn es weiss undaus der Traugewrungen war, auch noch eine Behandlung mit Lauge an-gedeihen lassen. War der Kaufmann unzufrieden mit einemStück, so konnte der Bleicher zum Eide gezwungen werden,dass er alle Vorschriften genau befolgt habe, widrigenfalls erden Schaden ersetzen musste. Indessen zeigte das radicaleVerbot der Pottasche sich undurchführbar, die Anwendung der-selben war unzweifelhaft ein technischer Fortschritt und schonim Jahre 1742 wurde sie wieder zugelassen, unter der Be-dingung, dass auf Verlangen des Kaufmanns das Bleichen auchohne Pottasche stattfinden sollte. Die Termine für das Röstenund Kochen wurden aufgehoben, dagegen sollten sich die Bleichervom 20. Juni bis zum 15. September des Wassers zur Bleicheenthalten. In allen Streitigkeiten, welche zwischen Kaufmann-schaft und Handwerk entstanden, sollte der summarische Processstattfinden.

In der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts ist der haus-industrielle Betrieb der unbestritten herrschende. Die beidenStände scheiden sieh klar: einerseits die Kaufmannschaft, an-dererseits die Lohnarbeiterschaft der Bleicher. Für die ersterenwaren der Umfang der Production und die Handelsreisen, fürdie zweiten die Technik vorgeschrieben. Die Kaufmannschaftwar in der Garnnahrung vereinigt, die Arbeiterschaft warorganisationslos. Unten im Thale herrschte also genau dasgegenteilige Verhiiltniss wie oben auf den Bergen. In Solingenhatte im XV. und XVI. Jahrhundert der handwerksmässigeBetrieb bestanden; die Meister waren damals Arbeiter wieKaufleute in einer Person und fanden sich in einer gemein-samen Zunft vereinigt. Aus dieser wuchs die Kaufmannschaftwild hervor, ohne irgend eine Organisation; die nunmehr zuLohnarbeitern gewordenen Meister blieben fest gefügt in derZunft zurück und erst nach einem Jahrhundertlangen Kampfe