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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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steht er, inmitten seiner Werkstätte, die lange Pfeife im Mundeund ertlieilt seine Befehle; oft wenn es nicht rasch genug gehtoder eine Ungeschicklichkeit begangen wird, greift er selbstzu und lenkt das Eisen unter dem Hammer. Ein paar Malin der Woche geht er hinauf nach Remscheid und besorgt dortdie Geschäfte; auch ist er Stadtverordneter und ein eifrigesMitglied der Fortschrittspartei. In der Werkstätte gegenüberder Tlnire der Hammer, zu beiden Seiten die Essen, aber ohneAbzüge für den Rauch, in der Ecke das Schleifrad. Das Dachzeigt den Himmel offen und zu ihm hinauf steigt der Rauch,langsam und qualmend, und lässt den Sonnenstrahl durch My-riaden von Kohlen- und Staubatome gehen. In den andernEcken lagern ungeordnete Haufen von Brettern und Holzstücken.In den meisten Hammerwerken ist jedoch die Werkstätte be-deutend sauberer gehalten und besse 1- eingerichtet, der Hofgereinigt und alles in höchster Ordnung. Häutig sind Wasser-werk und Wohnung getrennt, auch wohnt wohl der Schleiferüber dem Kotten.

Unten in den Thälern wohnt nur ein kleiner Theil derArbeiterbevölkerung, obwohl der reichste (in Solingen etwa einFünfzehntel). Die selbständigen Schmiedemeister auf denBergen wohnen nicht schlechter. Es sind kleine, in Fachwerkaus den einheimischen porösen Ziegeln aufgeführte Häuschenmit einer Verschalung von Brettern, die an den vier oder dochan der Wetterseite gegen den stark anschlagenden Regen mitSchiefer oder in Ermangelung desselben mit Schindeln be-kleidet und bedeckt sind. Sie sind meist in den Berg hinein-gebaut; unten die Werkstatt, genügend gross, hoch und luftig;darüber ein bis zwei Stockwerke und Dachkammern. Min-destens hat der wohlhabendere Meister seine Wohnstube,Schlafkammer und Küche getrennt, oft bewohnt er auch dieganze Etage und noch mehr; das hängt ab von seiner Kinder-zahl und der Menge der Gesellen und Lehrlinge, denen er einoder zwei Zimmer einräumt. Gelingt es einem Meister sich400500 Tlialer zu erübrigen, so baut er sich ein Häuschenund nimmt 15002000 Tlialer Hypotheken darauf. Das wirddann zum grössten Sporn zu weiteren Ersparnissen, in schlimmenZeiten aber auch die Quelle grosser Geldverlegenheiten, ausdenen dann dasWechselreiten befreien muss.

Das erfreuliche Bild eigener Häuschen lässt sich leidernur für die selbständigen Handwerksmeister und die Besitzervon Hammerwerken und Wasserkotten entwerfen. Die Lohn-arbeiter wohnen weit schlechter, sie haben neben der kaltenSchlafkammer gewöhnlich nur eineWohnstube mit dem Koch-heerd, bei grösserer Kinderzahl vielleicht noch ein Zimmer.Beim Feilenhauer, Feiler und anderen einfachen Handarbeiterndient die Wohnstube zugleich als Werkstätte und bei den ent-fernter lebenden Feilenhauern, die des schwierigen Transportes