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einbarung'), dass wer Feilen von einem Schmied oder Kauf-mann nach Ilause bekäme, dafür den Lohn von fünf Thalernpro hundert Sackfeilen erhalten müsste. Sofort begannen dieKaufleute zu jammern, dass dadurch „die nöthige Freiheit desCommerzes untergraben würde“. Dagegen vertheidigten siclidie Feilenhauer: sie hätten es nicht mit den Kaufleuten, son-dern mit den Feilenschmieden zu thun, von denen sie dieFeilen zum Hauen erhielten; ihr alter Lohn genüge nicht,weil die Preise der Holzkohlen und Lebensmittel und damitauch der Lohn ihrer Knechte gestiegen wäre; dadurch wärensie verarmt und verdienten höchstens 25 Stüber täglich. JeneVereinbarung wurde aber am 3. Juli 1801 von der churfürst-lichen Behörde cassirt. Aehnlich war es am 14. März 1788den Fuhrleuten ergangen, welche einen neuen Fuhrlohn nachFrankreich verabredet hatten.
Während des XIX. Jahrhunderts hatten die Lohnarbeiterdas Coalitionsrecht verloren. Gerade seit der zweiten Hälftedesselben begann aber der capitalistische Betrieb in Gestalt vonHaus- und Fabrikindustrie sich rasch auszudehnen und dieLohnarbeiter in Dampfschleifereien, Feilenmanufacturen undanderen Fabriken zu concentriren. Arbeitermassen zu Lohn-streitigkeiten waren in Fülle vorhanden, und es bedurfte nurder Erlaubnis dazu, um sie entbrennen zu lassen. Das ge-schah durch die Aufhebung des Coalitionsverbots im Jahre1869. Zugleich trat der industrielle Aufschwung ein mitseiner starken Anwendung von Maschinen und die Concentra-tion der Bevölkerung in den Städten, wodurch die Bauthätig-keit eine enorme wurde. Remscheid lieferte zu alle demdie Werkzeuge, es war mit Bestellungen überfüllt. Stahl.Eisen und Kohlen stiegen zu nie gekannter Höhe, es mangeltean Arbeitskräften, besonders in den kleinen Schmieden. Xuntraten Ereignisse ein, wie man sie in Remscheid noch nie er-lebt hatte. Alle Lohnarbeiter, sowohl die in der Haus- wiedie in der Fabrikindustrie beschäftigten, welche bisher viel-fach in ihren Interessen concurrirt hatten, traten zu Gruppenje nach ihren gleichartigen Beschäftigungen zusammen undstellten ihre Forderungen mit der Drohung einer eventuellenArbeitseinstellung. Xun vereinigten sich auch Fabrikanten undFabrikkaufleute in grosser Zahl nach Art ihrer Artikel undbestimmten Vereinserhöhungen von 10 bis 35 Procent undspäter noch mehr. (Vergl. Anlage VI.) Mit den meistenGruppen gelang eine friedliche Auseinandersetzung, einmalweil dieselben nicht sehr zahlreich und dann weil die Artikelso mannigfaltig waren, dass gleichmässige Bedingungen nichtso leicht zu stellen waren; selbst mit den Schleifern wurdendie Streitigkeiten befriedigend gelöst.
) Düsseldorfer Staatsarchiv a. a. 0. Acta 27. Convolut II.