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als ein grösserer Meister mit 20—30 Arbeitern allerlei wissen-schaftliche Bezeichnungen im Munde führte, so ging es ausjedem Satze hervor, dass er das Buch von Karmarsch wohlgelesen, aber nicht klar begriffen hatte. In welche Schulensoll denn auch der Handwerker seinen Sohn schicken, um ihmeine technische Bildung zu geben? In der städtischen Ge-werbeschule ist der Unterricht dem Bedürfnisse der jungenKaufleute angepasst und die fremden Sprachen stehen imVordergründe. Die künftigen Techniker empfangen die Aus-bildung zukünftiger Kaufleute! Und selbst wenn es den Kauf-leuten oder Meistern gelingen sollte, Fabriken anzulegen, sowürde der gewaltige Druck der inneren und internationalenConcurrenz die Rentabilität derselben sehr bedrohen, nament-lich während rückgehender Conjuneturen, wo bei gesunkenemLohne die Hand erfolgreich gegen die Maschine auftritt. Daszeigt sich auch im Wechselspiel zwischen England und Rem-scheid ; sobald die Meister hier zu höherem Verdienst ge-langen, triumphiren die Fabrikanten dort und umgekehrt.
Endlich sind die Marktverhältnisse in Deutschland andereals z. B. in Nordamerika. Dort existiren keine Vorurtheileund der Markt acceptirt sofort, was als gut und praktischerkannt wird. In Deutschland hingegen sind die Sitten ge-festeter und eine Menge von Gewohnheiten und Vorurtheilenhaben sich ausgebildet; ein jedes kleine Nest hat sich in seinenBedürfnissen individualisirt und gebraucht seine speziellenThür- und Fensterbeschläge; Waaren, die an einem Orte ge-sucht werden, sind im Nachbarorte zu keinem Preise verkäuf-lich; hier gebraucht man Messer mit grader, dort mit ge-krümmter Klinge, hier mit einer Spitze, dort mit breitemRücken. Ja sogar in die Fremde nehmen sie ihre Gewohn-heiten mit: bei Adelaide in Südaustralien wurde plötzlich einebesondere Art Sensen gefordert von eingewanderten Deutsch-Böhmen; in Pennsylvanien entstand eine Nachfrage nach einerbestimmten Sorte Schlösser mit Krücken, gleichfalls von Deut-schen. Je individualisirter die Bedürfnisse sind, desto schwie-riger ist die Massenproduction, und auch die Gestaltung derConsumtion stellt derselben also Schwierigkeiten entgegen.
Die Reinscheider Artikel behaupten, es ist wahr, noch immersich auf dem internationalen Markte, aber es gelingt ihnennur durch die rastlose Betriebsamkeit ihrer Exporteure und durchdas geringe Verdienst ihrer Meister. Von Jahr zu Jahr wirddie Concurrenz der besseren, gleichmässigeren und sogar billi-geren Waaren des Auslands eine schärfere und drückt diePreise; damit sinkt das Verdienst der Kaufleute, Meister undArbeiter. Weit im Vordergründe aller Bestrebungen zur He-bung des socialökonomischen Wohles der Industriebevölkerungsteht daher die Erhöhung der Gesammtproductivität, welchesowohl der arbeitenden wie der handelnden Klasse ein wach-
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