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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
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II. 3.

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52 Thaler gestiegen, die Kaufleute kauften noch dazu dasselbeauf und die Handwerker büssten dadurch jedesmal drei bisvier Thaler ein. Ihr Einkommen wurde bedeutend geschmälert.Brachte es doch z. B. ein Pfannenschmied, welcher früher4 Stüber am Stück verdient hatte, jetzt nur auf 2 1 / a ! Undnicht einmal in baarem Gelde erhielt er den Preis seiner Mühen;Winkelswaaren wurden ihm aufgedrängt und er musste courantesGeld für Species annehmen, so dass er die Steuern damit nichtzahlen konnte. In die Büchelchen wurden aber höhere Preiseeingeschrieben und die Meister wie die concurrirenden Kauf-leute dadurch zu betrügen gesucht. Die N'oth der Handwerkerwar gross, und mit Berufung auf Solingen, wo eben eine Lohn-erhöhung stattgefunden hatte, forderten sie die im Privilegiumin Aussicht gestellte Etablirung von verbindlichen Waaren-preisen und die Abnahme des Verbleibungseides, denn vieleGenossen wären schon ausser Landes gezogen und 36 märkischeGesellen lernten in Remscheid.

Die Kaufleute widersetzten sich aufs lebhafteste solchenForderungen. Feste Preissätze hemmten den freien Handel;bisher hätten sich die Meister immer bestrebt gute Waare zuliefern und die Kaufleute hätten sie gut bezahlt. Der Ver-bleibungseid und ein Ausschluss von Ausländern wäre unmög-lich, weil das Handwerk zu zwei Dritteln aus Fremden be-stünde, welche man abschrecken würde, wenn man ihnen vonAnfang an einen Verbleibungseid auferlegte. Eine Verpflan-zung der Industrie überall hin wäre unmöglich, da nicht überallGebirg und Wasser für Hammerwerke und für Schleifmühlensich fänden. Freiheit sei das beste Mittel, um den Kaufleutenzu ermöglichen, gute Bedingungen den Arbeitern zu stellen.

Dieser Versuch der Kleinschmiede in den Jahren 1760bis 1765 durch Aufstellung eines Tarifs für die Waarenpreiseund durch Ausschluss der märkischen Concurrenz ihre Lagezu verbessern, ist der erste und zugleich der letzte gewesen.Die Bestimmungen des Privilegiums sind nie ins Leben ge-treten, und als die Conjuncturen günstigere wurden, als damit diePreise wieder stiegen, blieb die ganze Angelegenheit auf sichberuhen.

Um diese Zeit gesellte sich zu den bisherigen Industrieeneine dritte, die der sogen, schwarzen Sensen, welche seit alters-her mit grossem Erfolge in Steiermark betrieben worden war.Zufällig hatte auf seinem Transporte durch jenes Land einmärkischer Gefangener, Namens Röntgen, den Officier gebeten,in ein Sensenwerk eintreten zu dürfen, und sich die Technikgemerkt, deren Geheim niss darauf beruhte, dass die Sensennicht geschliffen, sondern scharf gehämmert und auf einerglühenden Platte im Sande gebläut wurden. Nach seiner Rück-kehr theilte er dieses seinem Bruder mit und der letzterestellte im Jahre 1772 im Hammerwerk von Gottlieh Hallbach

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