Druckschrift 
2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

II. 3.

105

den andern anfeuert zur Anspannung seiner Kräfte und zurVerbesserung seiner Einrichtungen, sondern eine mass- undzügellose Concurrenz, welche rücksichtslos gegen den Nachbar,unehrlich gegen den Käufer und ausbeutend gegen den Arbeitergierig nach jedwedem Vortheil hascht. Dabei sind die Kauf-leute und Fabrikanten vielfach in commerzieller Hinsicht nichtgenügend tüchtig und in der Technik sind sie zurückgeblieben.Nur die tiefgreifendsten Aenderungen könnten Solingen helfen:der schleunige Uebergang zu dem gewerblichen Betriebssystem,welches schon seit einiger Zeit das herrschende sein müsste,zur Manufaetur und zum maschinellen Fabrikwesen. Dannkönnten die Waaren besser, gleichmässiger und theurer werden;es würde die Anzahl der unter einander concurrirenden Fabri-kanten sich vermindern; einige verloren gegangene Artikelwürden beim mechanischen Betriebe wieder mit Vortheil auf-gegriffen und damit diejenigen Arbeiter beschäftigt werden,welche durch die Maschine überzählig gemacht worden wären.Dann würden von dem gesteigerten Gesammtproducte dieenergischen, nunmehr in Fabriken concentrirten Arbeiter durchstarke Vereine sich höhere Löhne erwerben können.

Ideal wäre ein solcher Zustand wohl noch lange nicht.Indess wäre er immerhin besser als der gegenwärtige.

Characteristisch für die Kaufmannschaft und den Fabri-kantenstand ist, dass in Solingen keine einzige wohlthätigeStiftung von ihnen herrührt!