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messer eoncurrenzfähig, hei denen die Handarbeit und dieFagon ja so wesentlich sind. Dagegen stellt in den anderenBranchen der Tafel-, Küchen- u. s. w. Messer England obenan,obwohl in einzelnen Sorten, wie in den Tafelmessern mitMittelbalance Solingen nicht zurückbleibt. Die UeberlegenheitEnglands und Frankreichs beruht auf der Anwendung maschi-neller Vorrichtungen, gegen deren Billigkeit die Handlöhnenicht aufkommen können, und in der grösseren Gleichmässig-keit der Waare. Kurz gesagt, das Betriebssystem der Industriein Solingen ist zurückgeblieben-, seine Hausindustrie ist durchdie Manufactur und den Fabrikbetrieb überflügelt worden.
Den Beweis dafür und zwar durch ein volkswirtschaft-liches Experiment, bietet die (bis vor kurzem) einzige in So-lingen vorhandene Fabrik. Die grossartige Ilenckels’sche Unter-nehmung bereitet, um gl eich massiges und zuverlässiges Mate-rial zu haben, den Stahl selbst; sie schmiedet ihn zu Stangenaus, dann unter Fallhämmern zu Gabeln und Scheeren undunter den Federhiimmern zu Messern; zahlreiche Härter,Schleifer und Nebenarbeiter sind im eignen Etablissementvereinigt. Ausserdem werden ebensoviel hausindustrielle alsFabrikarbeiter beschäftigt; die Gesammtzahl mag sich gegen-wärtig auf 1-OOU, zur Glanzzeit auf 1500 belaufen. Der Gründerder Firma liess kein Stück ausser Hause gehen, welches ernicht selbst besichtigt hatte; durch eine so gleichmässige undgute Qualität eroberte er Berlin, Ostdeutschland und dieangrenzenden Märkte; in der ersteren Stadt hat er eingrosses Lager von Stahl- und Eisenwaaren und überall alteund sichere Kunden. Obwohl nun nach der Ansicht fastsämmtlicher Solinger seine Nachfolger weder seine technischennoch kaufmännischen Eigenschaften besitzen, so gelingt es,allerseits zugestandenennassen, dieser Firma doch, zehn biszwanzig Procent mehr für ihre Waaren zu erhalten als dieübrigen Concurrenten. Woran liegt das? Nicht etwa darandass billiger fabricirt wird; im Grunde ist ihr Betriebssystemnur erst eine Manufactur und die Handarbeit ist keineswegsdurchgängig durch billigere Maschinenarbeit ersetzt. Vielleichtwird sogar theurer, aber es wird entschieden besser und gleich-massiger producirt; das Material ist solide und bekannt, dieAufsicht über die örtlich concentrirten Arbeiter ist eine sorg-fältigere.
Freilich zeigen gerade die gegenwärtig hauen Zeiten, wiedrückend die Concurrenz der Fertigmacher mit ihren unbe-greiflichen Preisen ist. Remscheider und Elberfelder Commis-sionshäuser kaufen die sehr billige und sehr schlechte Waareund bringen sie allenthalben, z. B. nach Amerika, auf denMarkt; tlieils drücken sie die Fertigmacher, theils lassen siesich von denselben betrügen, da sie als Exporteure nicht ge-nügend Waarenkunde besitzen. Gegen diese Concurrenten haben