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II. 3.
lieh waren die Zustände in Remscheid. Lüttringhausen, Rons-dorf, Langenberg, am schlimmsten in Schwelm, Hagen, an derEnneperstrasse. Aus Längenberg sandte der Rügermeister am11. Juli 1845 fünf Arbeitsbüchlein ein, aus welchen folgendeZahlungsleistungen erhellen:
j
Waaren
Arbeitsstoffe
Baargeld
Thaler
Thaler
Thaler
1 .
innerhalb
79 Monaten
166
37Ö
237
2.
}?
42
19
133
120
31
106
1083
•582
4.
31
33
436
180
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5J
18 „ ;
2
242
121
In den Wehergegenden wie Lennep, Elberfeld u. s. w.zeigten sich ähnliche Erscheinungen, mit dem Unterschiede,dass dort die Arbeiter häufig mit den eignen Fabrikaten abge-lohnt wurden. Dieselben wurden, da sie die meist zu hohenPreisen angerechneten Zeuge nicht so schnell veräussern konnten,als es für sie nöthig war, dadurch zu einem unerlaubten Ilausir-handel im Geheimen veranlasst, der ihnen Strafen zuzog, die ihreNoth noch vermehrten. Das Auffinden von gestohlenen Tüchernwurde dadurch sehr erschwert; eine grosse Rechtsunsicher-heit für die Fabrikate der Textilindustrie machte sich geltend.
Die Regierung wusste schon lange um das Trucksystem.Die Verwarnungen der beiden Landräthe in den Zeitungenund ihr Erfolg sind erwähnt; ferner meldete im Jahre 1821ein Steuereinnehmer, dass die Leute in Folge des Waaren-zahlens ausser Stande wären, die Abgaben zu leisten. DerTumult vom Jahre 1826 war hauptsächlich gegen diesen Miss-stand gerichtet und die Untersuchung des Commissars desLandgerichts deckte die fatalsten Dinge auf. Auch im Jahre1830 bei den Verhandlungen über die Eabrikverfassung wardie Beseitigung des Truckwesens eine wesentliche Forderung;darauf enviederte der Minister: ein Gebot des Baarzahlens werdeseine Schwierigkeiten haben, auch scheine der Gebrauch nichtallgemein in Solingen zu sein, zumal das Gewerbe nicht „fabrik-massig“ betrieben werde. Auf diesen kenntnisslosesten allerEinwände erhielt er vom Geheimrath Jacobi die entsprechendeBelehrung, dass gerade in „fabrikmässigen“ Gewerben jenesSystem weniger verbreitet wäre. In der That wenden grossecapitalmächtige Fabrikanten andere Mittel an, um ihre Con-currenten zu besiegen und die Löhne zu verbilligen; es fehltdort jene Klasse von fabrieirenden Krämern, welche haupt-sächlich das Waarenzahlen betreibt.
Im Jahre 1837 drang der Nothschrei des gepeinigtenVolkes sogar bis zu den Ohren des Königs. Die GemeindeDorp wie der westphälisehe Landtag petitionirten um das Ver-bot des Waarenzahlens; gleichzeitig schlug der rheinische Land-