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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

ordentlich entwickelte; eine Menge verschiedenartiger Personensind an der Schwertfabrikation beschäftigt.

Die Entstellung der Klingenschmiederei verliert sich imHalbdunkel der Sage. Die Einen lassen den Grafen Adolph IV.vom Berge aus dem Kreuzzuge mit Kaiser Barbarossa einigeDamascener Waffenschmiede mitbringen; Andere behaup-ten, die Völker des Grafen Adolph VII. (125696) hätten,als sie mit denen des Königs Eduard III. von England gegenKönig Philipp von Frankreich gekämpft, von den Engländerndie Kunst, Stahl zu bearbeiten, gelernt; auch seien die Klingenin den ältesten Zeiten aus purem Eisen gewesen und die feinereArbeit erst nach und nach eingeführt worden. Auffallend ist,dass man diese Sage bisher noch nicht mit der Thatsache inVerbindung gebracht hat, dass das älteste Privilegium fastgenau mit dem hundert Jahre früher den Schleifern in Sheffieldertheilten übereinstimmt. Wiederum Andere) sehen in denwährend der italienischen Kriege 115373 aus Armata (Brescia).Bergamo und Steiermark eingewanderten Waffenschmieden dieGründer der Schwertfabrik; 1290 sei dann dieselbe durch einezweite Einwanderung aus Steiermark vergrössert worden undJahrhunderte später, als Solingen durch die Spanier von denNiederlanden aus überfallen wurde, seien Soldaten zurückge-blieben, welche Waffenschmiede aus Toledo und Zaragossa ge-wesen. Kurz allen bestehenden Waffenfabriken wird die Mit-wirkung an der Gründung der Solinger Industrie zugeschrieben.Ohne nun auf das Räthsel der Entstehung näher einzugehen,kann die eine Thatsache festgestellt werden, dass schon imXIV. Jahrhundert der Graf Adolph vom Berge den Schwert-fegern und Hehlern ein Privilegium ertheilt hat, welches jedochvon Notli Sachen verlustig worden ist; erst für das XV. Jahr-hundert ergiebt sich aus den Privilegien folgendes Bild.

Die Betriebsform der Industrie war die handwerksmässige:die Masse der Arbeiter bestand im Wesentlichen aus selb-ständigen Kleinmeistern und diese waren in drei Bruderschaftenvereinigt, in die der Schwertschmiede (Priv. v. 24. Nov. 1 172).der Härter und Schleifer (Priv. v. 1401, Pauli Bekehrung) undder Schwertfeger und Hehler (Priv. v. 9. März 1412). An derSpitze jeder Zunft standen vier Rathleute und ein Vogt; fürdie gemeinsamen Angelegenheiten der Industrie war im Jahre1487 ein Ausschuss der Sechsmänner gebildet worden; diesenlag die Verwaltung und Rechtspflege ob, von ihnen ging dieBerufung an den herzoglichen Obervogt.

Von allen Verrichtungen waren das Schmieden. Härtenund Schleifen die wichtigsten. Noch heute behauptet Solingen

') Der Solinger Kaufmann Peter Knecht in seinen Notizen über dieEisen- und Stahhvaaren - Industrie auf der Gewerbeausstellung in Berlin1845; -- Manuscript im Besitz des Herrn Ilötte in Obercassel.