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Neunhundert und stedenundneunzigste Nacht.
Nli ging verzweifelt nach Hause, erzählte Sirrie, was ihm widerfahren, undbelud sie mit den härtesten Vorwürfen über ihre sonderbaren Gelüste. Sirrie schwur,diese Gewalithat zu rächen, rief sogleich ihre Sklavin und ließ sich von ibr ihre schönstenKleider bringen; dann schminkte sie ihre Wangen, pinselte ihre Augen mit Kohl undrieb ihre Hände mit Henna ein, band einen leichten, durchsichtigen, nicht ganz bis zu denAugen hinaufreichenden Schleier um, so daß man den obern Theil ibres schönen Gesichtssehen und den untern leicht errathen konnte, und ging in diesem Aufzuge in's Kupfer-schmiedquartier. Als sie in die Nähe des großen Kaffeebauses kam, nahm sie Gang,Haltung, Blick und Miene eines Freudenmädchens an, um die Aufmerksamkeit des nochimmer mit seinen Fischen vor dem Kaffeebause sitzenden Türken auf sich zu ziehen. Dervon Chaschisch aufgeregte Mann hatte kaum einen Blick auf sie geworfen, als er ihrzuwinkte und ihr eine Taffe Kaffee anbot, die sie auch ohne Umstände annahm. Als ersie dann fragte, wer sie sep — denn für ein gewöhnliches Freudenmädchen sah sie dochzu vornehm aus — antwortete sie: „Ich bin die Frau eines Kommandanten, der schonseit mehreren Wochen in den Provinzen mit Rekruten beschäftigt ist und wahrscheinlichNoch einige Zeit abwesend bleiben wird." Der wollüstige Mann schöpfte viele Hoffnungaus dieser Antwort und versprach sich schon manche süße Stunde von der leichtsinnigen,fern von ihrem Gatten lebenden Frau. Als Sirrie dies bemerkte, betrachtete sie mitsichtbarem Wohlgefallen die herrlichen Fische, die neben dem Türken lagen, und sagiein begehrendem Tone: „Ma scha Allah! so schön habe ich noch keine Fische in meinemLeben gesehen; wo habt Ihr sie denn her?" — „Ich wollte sie einem verfluchten Fischer!