Ulcnichmidert und drciundneunzigste Tlacht.
schien; ich bestieg es, und sogleich flog es wie ein Blitz der Stadt zu, und ohne daßich die Zügel lenkte, trug es mich nach dein Schlosse und blieb vor demselben stehen.Ich war sehr verlegen und wußte nicht, ob ich hier absteigen sollte oder nicht. Da tratein ehrwürdiger Greis aus dem Schlosse und sagte: ,Scy mir willkommen, Ali, meintheurer Schwiegersohn! Meine Tochter Jfrach, deine Braut, erwartet dich mit Sehnsucht?Ich stieg ab und folgte dem Greis, welcher der Geniensultan Abjad war, in's Schloß.Hier sah ich meine Braut wieder, aber nicht mehr als verstoßene Waise, sondern alseine hohe Prinzessin, in Seidenstoffe gehüllt und mit Gold und Edelsteinen bedeckt.,Meine Tochter? sagte der Sultan, ,wünscht dich zu heirathen; sic hat zwar fortwährenderklärt, sie wolle ledig bleiben, und darum auch den schönsten Genienfürsten, die umsie anhielten, ihre Hand verweigert. Aber eines Nachts sah sie deine Gestalt im Traumund ein Engel rief ihr zu: In Haitan al Hutun, Residenz des Khans Abd Errahman,lebt ein junger Mann mit Namen Ali, der an Tugend, Weisheit und Gelehrsamkeitalle Genien übertrifft; wähle ihn zu deinem Gatten, denn durch ihn wird einst derJslamismus wieder die höchste Stufe von Ruhm und Macht erreichen. Um aber deineLiebe zu erproben, erschien sie dir als Bettlerin, und erst, als du sie als solche zudeiner Gattin wähltest, brachte sie dich hierher. Bleibe nun bei uns und heiratheJfrach, denn sie liebt dich von ganzem Herzen?
„Ich blieb nun" — fuhr Ali in seiner Erzählung vor Zäher fort — „mehrereJahre bei dem Sultan Abjad und liebte Jfrach jeden Tag mehr. Eines Morgenskam sie mit blassem Gesichte und rothgeweinte» Augen zu mir und sagte mir: ,Ali, wir^ müssen uns auf einige Zeit trennen. Du mußt in deine Heimath zurück; der Jslamismus! bedarf deines Beistandes. Der vertriebene Za her soll durch dich wieder auf den egpptischen, Thron gebracht werden; du mußt den eingekerkerten Schiha befreien, den gottlosen! Kiptawil in die Hölle senden und die tugendhafte Tigan gegen die Trabanten des! Fürsten Magug schützen? Sie brachte mir dann einen vollständigen Frauenanzug mitdem dazu gehörigen Schmuck und ein kleines Spiegelchen, und fuhr fort: ,So lange du! dieses Gewand am Leibe hast, kann kein Mensch dir beikommen; es schützt dich besser^ als Davids Panzer gegen Schwert und Lanze. Sobald du deine Fußringe znsammen--! schlägst, kannst du dich Plötzlich nach jedem entferntesten Orte begeben; reibst du an demArmbande, so öffnen sich vor dir die festesten Schlösser) berührst du deine Halskette,
! so wirst du jedem menschlichen Auge unsichtbar, und sichst du in das Spiegelchen, sokannst du jede beliebige Gestalt annehmen. Ich werde dir übrigens im Traum erscheinen,so oft ich dir etwas Wichtiges mitzutheilen haben werde? Hierauf umarmte sie mich