Neunhnn-crt und zweiun-vierzigste Nacht.
9tach einiger Zeit war die Prinzessin so gelehrt, daß sie alle Priester, welche zu ihremVater kamen, zu Schanden machte. Der König war dcßhalb so zufrieden mit Jßfut, daß erihm eines Tages sagte: „Wünsche dir, was du willst, ich werde dir Alles gewähren." —„Wenn das wahr ist," erwiderte Jßfut, „so werde Messiasstcrn meine Gattin."Der König willigte ein, und aus dieser Ehe ward ein Sohn geboren, welchen sieDjawan nannten und sehr sorgfältig erzogen. Im zwölften Jahre übertraf er schonalle seine Lehrer an Kenntnissen, so sehr war er mit allen geistigen Vorzügen begabt;aber bald hatte er keine Lust am Studium mehr; er zog vor, sich mit den christlichenRittern herumzutreiben; Reiten, Fechten und Ballspiel waren sein einziges Vergnügen.Eines Tages tödtete er beim Ballspiele den Sohn des Schloßintendanten des Königs,und aus Furcht, darüber bestraft zu werden, floh er zu Portukisch, einem gefürchtetenStraßenräuber, mit dessen Sohn er früher in Suweidieh in ein enges Freundschafts-verhältniß getreten war. Portukisch nahm ihn freundlich auf und fand bald in ihmnicht nur einen brauchbaren Gehülfen, sondern sogar einen gewandten Meister imPlündern und Rauben. Ihr Anhang ward bald so groß, daß sie nicht nur einzelneReisenden oder kleine Karavanen anfielen, sondern sogar eines Tages den Vizier desKönigs von Seida, der mit einer Abtheilung Soldaten den i» den Provinzen! eingetriebenen Tribut nach Seida bringen wollte, tödteten, seine Truppen in die! Flucht trieben und sich aller seiner Schätze bemcisterten. Jetzt floh Djawan mit