Neunhundert und »eunundzwanzrgste Nacht.
diesen Brunnen?" fragte er dann Ali. „Bist du ein Dieb?" — „Nein," antworteteAli; „ich wollte im Tigris baden, da sank ich unter und die Strömung des Wasserstrieb mich durch einen Kanal bis hierher." — „Das kann nicht scyn," sagte Hasan;„mein Brunnen steht in keiner Verbindung mit dem Tigris; gestehe die Wahrheit oderich werde dich als einen Dieb ansehen, der sich Ln meiner Abwesenheit hier eingeschlichen."Da erzählte ihm denn Ali, auf welche Weise er in den Brunnen gekommen, und batihn um einige Kleider, damit er nicht halb nackt nach Hause gehen müsse. Als er dannin alten Kleidern vor Ahmed Dens erschien, sagte ihm dieser: „Habe ich dich nichtvor den Streichen der hiesigen Gauner gewarnt? Hier gibt es Frauen, welche dieklügsten Männer zum Besten haben." Als Ali dann erzählte, auf welche Weise erseine Kleider verloren, sagte Ahmed: „Diesen Streich hat dir keine Andere, alsSeinab, die Tochter der Gaunerin Dali Iah, Obcraufseherin des großen Khans,gespielt; doch hast du dich nicht zu schämen, denn es ging deinem Meister mit seinenEinundvierzig auch schon einmal so mit ihr." — „Nun," sagte Ali, „liebe ich sie nochmehr als zuvor, und werde nicht eher ruhen, bis sie meine Frau wird." — „Das wirdnicht so leicht seyn," versetzte Ahmed; „reiße dich los von ihr, so lange du es nochkannst." *
Der Tag dämmerte bereits bei diesen Worten Schehersads; sie schwieg deßhalbund fuhr erst in der nächsten Nacht mit folgenden Worten wieder fort: