Neunhundert und achtundzwanzigste Nacht.
Diener zu: „Oeffue schnell! Ali Quecksilber steht vor der Thüre, ich kenne seinKlopfen!" Ahmed nahm Ali sehr freundschaftlich auf, schenkte ihm ein Kleid, wie csseine vierzig Agenten trugen, und erbot sich, ihn dem Chalifen vorzustellen, damit erihm einen Gehalt aussetze. „Damit hat es noch Zeit," erwiderte Ali; „ich will einmalzuerst mich iu Bagdad umschen und auf irgend eine Weise hcrvorthun." — „Scy abernur behutsam," versetzte Ahmed: „Bagdad ist kein Kahira; Bagdad ist die Residenzdes Chalifen, der Sammelplatz aller Gauner und Spione, die hier gleichsam aus derErde hervorwachsen, wie das Gras an den Ufern des Nil; ich rathe dir sogar, anden ersten Tage» gar nicht auszugehcn, und dich zuerst von mir und meinen Leuten überdie Sitten und Gebräuche der Bewohner Bagdads belehren zu lasse». Ali blieb nundrei Tage bei Ahmed, der ihn königlich bewirthete; am vierten Tage hatte er Lust,auszugehen, denn er war nicht gewöhnt daran, so lange zu Hause zu bleiben, undfühlte sich daher sehr beklommen. Als er auf der Straße war, sah er vierzig bewaffneteSklaven vorübergehen, und hinter ihnen ritt die Gaunerin Dalilah auf einemMaulesel in fürstlichem Aufzuge; sie kam eben vom Divan des Chalifen und begab sichin ihren Khan. Als sie Ali Quecksilber sah, fiel er ihr auf, denn er hatte vielAehnlichkeit mit Ahmed Dens, und die Gewandtheit und Tapferkeit leuchteten ausseinem Gesichte hervor.
In der nächsten Nacht fuhr Schehcrsad folgendermaßen fort:
MW