Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
607
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Achthundert und sechsnudncunzigste Nacht. tz07

Misram zehn Tage lang, ohne die mindeste Müdigkeit zu empfinden, bis wir vor eingroßes Zelt kamen, aus welchem wir eine klägliche Stimme hörten, welche rief:.O barmherziger Gott, der du Hiobs Leiden ein Ende gesetzt, erbarme dich auch meiner?Ich öffnete schnell das Zelt und fand darin einen nackten Menschen auf de» Bodengestreckt, seine ganze Haut war zerschlagen, so daß das Blut von allen Seiten her strömte,seine Hände und Füße waren mit starken eisernen Ketten zusammengebunden. Ich riefihm zu: ,Friede sey mit dir, mein Herr? Er antwortete: Mit dir scy Gottes Friede,Segen und Barmherzigkeit. Wer bist du?^ ,Jch bin ein Mensch? Mer hat dichhierher gebracht?^ ,Der Allmächtige, dem nichts zu schwer ist, und du, wer hat dichin diese peinliche Lage versetzt-- ,Zwei große schwarze Sklaven, die mich jetzt schonzehn Tage lang auf jede Weise mißhandeln? ,Und warum dics?^ Meil ich meinenGlaube» mit dem ihrigen nicht vertauschen will? ,Zu welcher Zeit kommen siegewöhnlich?^' ,Jch erwarte sie leider wieder in dieser Stunde, darum fliehe schnellvon Pier, daß du nicht mein Loos theilest, denn die beiden Sklaven haben Stricke beisich, mit denen sie einen Stephanien tödten könnten? ,Fürchte nichts mehr; ich bingewiß nur durch göttliche Fügung hierher gekommen, um dich zu befreien. Wie heißt duden»?^ Mein Name ist Hatem aus der Stadt Baser; ich reiste mit meiner Braut,die mir entrissen wurde und von der ich gar nichts mehr weiß? ,Beruhige dich nur,vertraue auf Gott und habe Geduld, denn Geduld ist der Schlüssel der Erlösung? Ichverließ dann das Zelt und verbarg mich hinter einen Baum in der Nähe, und wartetebis die Sklaven kamen. Als sie im Zelte waren, näherte ich mich der Thüre des Zeltes,um Hatem in jedem Augenblicke beistehen zu können, zog mein Schwert aus dem Beutelund setzte es zusammen. Bald hörte ich, wie einer der Sklaven zu Hatem sagte: ,Habedoch Mitleid mit dir selbst, gib deinen Glauben auf und nimm den unsers Königs an,und ermahne deine Braut zum Gehorsam gegen unser» König, so hast du nur Gutesvon uns zu erwarten; thust du dies aber nicht, so wirst du und deine Braut gepeinigtbis zu unserm großen Feste, dann werdet ihr Beide unserm krpstallnen Götzen geopfert?Hatem antwortete hierauf: ,Es gibt keinen wahren Glauben, als den Mohammeds,der Sohn Abd Allah's; euer König mag mit mir verfahren, wie er will, ich werdebis zum letzten Athemzuge bekennen: cs gibt nur eine» einzigen Gott, nnd Mohammedist sein Prophet? Als die Sklaven dies hörten, stellten sie sich der eine zur Rechten undder andere zur Linken Hatems und hoben ihre Arme auf, bis man das Schwarze unterihrer Achsel sah, aber im Augenblicke, wo sic Hatem schlagen wollten, stürzte ich indas Zelt und rief: ,Jhr verruchten Götzendiener, wehe euch! lasset diesen Mann in Ruhe