Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
576
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5^0 Achthundert und achtundachlzigste Nacht.

Thüre meines Lehrers Ab ul Adjaib (der Wundervater) in Tunis berab. Als ich denFuß auf die Erde setzte, hörte ich, wie mein Lehrer seinen Jungen sagte: Geht hinausund bewillkommt Mahmud in meinem Namen und führet ihn herein!

,Die schönen Töchter des Königs Numan hätten dir beinahe das Leben gekostet,sagte mir mein Lehrer lächelnd, als ich zu ihm in's Zimmer trat; aber auch deinenBrüdern ist diese Lustreise schlecht bekommen, denn die Geister haben sie überlistet, sowie sie dich überlisten wollten; sie haben das Buch in die Adlersschlucht gebracht, zuwelcher Niemand gelangt, der nicht durch sieben Pforten hinter dem Berge Mukattamdringt; sie haben es in eine messingene Kiste neben das Zauberschwert gelegt, welchesder Priester Sintbest mit Talismanen beschrieben. Dieser Priester hat die Zauberkunstvon einer Tochter Satichs, des Meisters aller Zauberer, gelernt und es dahin gebracht,daß er mit seinem Schwerte, vermöge der darauf geschriebenen Beschwörungsformeln,gegen die mächtigsten Könige und zahlreichsten Heere glücklich kämpfte; auch unterwarfer sich so viele Länder und Städte, daß nur Gott ihre Zahl kennt. Aber nicht nurMenschen, sondern auch Genien fürchteten dieses Schwert; denn wenn er gegen Jemandenzürnte, so durfte er es nur gegen ihn erheben, da fuhr ein Lichtstrahl heraus, der ihnin zwei Theile theilte und sogleich in einen Haufen Asche verwandelte. Waren ihrerViele gegen ihn, so durfte er nur Einen mit dem Schwerte berühren, und Alle stürzte»leblos zur Erde. Eines Tages aber besuchte ihn seine Lehrerin, die Tochter Satichs,welche auch viel von der Macht dieses Zauberschwertes gehört hatte, und sagte ihm:Verehrter König, zeige mir doch einmal das Schwert, das so viele Wunder übt, daßman es in der ganzen Welt fürchtet. Da ich dir Alles verdanke, erwiderte Sintbest,kann ich dir Nichts versagen, und reichte ihr das Schwert hin. Die Tochter Satichsnahm es in die Hand und betrachtete es aus allen Seiten. Nach einigem Nachdenkensagte sie ihm: Theurer König! dieses Schwert, dessen Verfertigung dir so viele Müheund schlaflose Nächte verursachte, wird einst in die Hände eines Menschen fallen, derdadurch die höchste Stufe von Macht und Ansehen erreichen wird. Die mächtigstenGenienhäupter werden von ihm getödtet werden; auch wird er damit den uralten Baumdes Magiers Bahrain abhaucn. Als Sintbest dies hörte, legte er das Schwert ineine smaragdne Scheide und befahl einem Djinn, es nach der Adlersschlucht zu tragen.Dort, sagte er, wird es kein Mensch holen. Sintbest irrte sich aber, fuhr AbulAdjaib fort, denn ich habe in meinem Weisheitsbuche gelesen, daß die Adlersschluchtsich einst vor dir mit Hülfe eines Fischers aus Egypten, welcher Djaudar heißt, öffnenwird, und daß du Herr des Schwertes und des BucheS wirst. Den Fischer Djaudar