Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
559
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Achthundert und dreiuudachtzigste Nacht. Hgg

.Darum/ fuhr meine Mutter fort, -darf der Mensch nie den Muth verlieren; Gottvergißt Niemanden/ Meine Mutter nahm mir daun den Fisch ab, reinigte ihn undließ ihn braten, wir verzehrten ihn mit vielem Appetit und dankten Gott dafür. Amfolgenden Morgen nahm ich wieder mein Netz auf die Schultern und wollte damit nachBulak gehen, aber meine Mutter sagte mir: ,Geh lieber wieder an den See Kanin,und solltest du auch nur einen Fisch dort fangen, das genügt uns ja, bis uns Gott aufsonst eine Weise hilft oder uns den Tod sendet/ Ich gehorchte meiner Mutter und gingach dem See Karun und warf daselbst mein Netz aus. Als ich es heraufzog, war eswieder mit Steinen, Knochen und Scherben angefüllt; da dachte ich, welch ein schlimmesGeschick verfolgt mich, ich glaube, daß, wenn ich vom Wasser des Meeres trinken wollte,es sich in Feuer verwandeln, daß, wenn ich am Laufe der Sonne mich freute, sie aufeinmal stille stehen, und daß, wenn ich stromabwärts segelte, das Wasser plötzlich seinerQuelle entgegenströmeu würde. Ich saß nun eine Weile am Ufer des Sees, die Wangeauf meine Hand gestützt, verzweiflungsvoll da, als auf einmal ein Abendländer aufeinem Maulthiere zu mir geritten kam, das so leicht wie ein Spatz daherschoß; dieFüße dieses Thieres waren zwar so stark wie die Pfeiler eines Tempels, aber dennoch schienes wie ein Vogel in der Luft zu schweben. Der Abendländer war sehr vornehm gekleidet,und sah wie ein Emir aus. ,Friede sey mit meinem Herrn, dem Pilger/* rief ermir zu, als er abgestiegen war. Ich antwortete ihm: /Mit dir sey der Friede Gottes,sein Segen und seine Barmherzigkeit/ Er fragte mich dann: ,Warum sitzest du soverzweifelt da? Ist dir Jemand gestorben, oder ist eines deiner Schiffe untergegangen?^,Keines von Beiden, mein Herr Pilger/ antwortete ich. Er fragte dann: ,Bist dunicht Djaudar, der Sohn des Fischers Omar aus Kahira?^ Ich sah ihn erstauntan und sagte: ,Ja/ Er fragte mich daun nochmals, warum ich denn so niedergeschlagenaussehe? Ich klagte ihm meine und meiner Mutter Armuth und die schlechte Aussicht,die mir die Fischerei gewährte. Als der Abendländer dies hörte, lachte er, nahm eineseidene Schnur, die, um recht stark zu werden, drei Tage in Kameelmilch eingeweichtwar, aus dem Quersacke, der auf seinem Maulesel lag, und sagte: ,Höre mir zu,Djaudar, deine Armuth soll bald verschwinden; binde mich mit dieser Schnur undwirf mich in den See, breite dann dein Netz über mich aus, und streue etwasWeißes, das die Fische herbeilockt, hinein, komme ich mit dem Kopfe zuerst aus demWasser, so wisse, daß ich todt bin, du beerdigst mich dann am Ufer des Sees, und

' bi» Beiname, der vielen Muselmännern gegeben wird, auch wenn sie nie in Mekka Ware».