Achthundert und neuniindstcbensijiste Nacht.
Wunsche enthält. Aber an der Tbiire dieser Höhle sieben heilige Namen, welche
angerissen werden müssen, wenn die Thüre sich öffnen soll, und welche ich Christ nichtaussprechen kann. Du Muselmann mußt sie laut ausrissen, und sogleich wird die Thüreder Höble sich öffnen. Du gehst dann durch zwei Zimmer; dann kommst du in eindrittes, in dessen Mitte unter einer von dreißigtausend Lampen beleuchteten Halle einegoldene Bettstelle steht. Auf dem Bette liegt ein Mann, mit den Füßen nach der Thürehin gestreckt. Näbere dich den Füßen dieses Mannes, und wenn die Schlange, welchesie bewacht, sich gegen dich erhebt, so nimm einen der fünf Steine, die ich dir hiergebe," — bei diesen Worten überreichte er ibm fünf kleine Kieselsteine — „und schleuderesie nach ihrem Kopfe; sie wird sogleich zu Boden stürzen. Du wendest dich dann zurlinken Seite des Bettes, wo eine zweite Schlange, welche sie bewacht, ihren Rachengegen dich aufsperren wird; du wirfst ihr aber einen zweiten Stein zu, und sie sinktleblos zu Boden. Dann gebst du zur Rechten und zu Häupten des Bettes, wo duwieder auf dieselbe Weise zwei Schlangen zu bekämpfen haben wirst, die du aber ebenso leicht wie die ersten besiegst. Ergreife dann die rechte Hand des Mannes, der aufdem Bette liegt, und nimm ihm den Siegelring, den er am Finger trägt, und wen»eine fünfte Schlange unter dem Finger bcrvor sich gegen dich erhebt, so tödte sie mitdem fünften Steine. Verlasse dann die Höble wieder und bringe mir den Siegelring;ich werde dir nicht nur nichts mehr zu Leide thun, sondern dich auch hinbringen, wohindu willst."
Jbn Tamim befolgte auf's genaueste die Vorschrift des Genius und besiegteglücklich die ersten vier Schlangen; als er aber auf die fünfte Schlange einen Steinwarf, verschlang sie ihn. „Hast du den Koran gelesen?" fragte ihn die Schlange.„Von Anfang bis zu Ende," antwortete Jbn Tamim. „Ist dir nicht der Versvorgekommen, welcher lautet: Gott hat mir eine Macht gegeben, die er Niemandennach mir verleihen wird?" — „Allerdings ist mir dieser Vers bekannt." — „Wenn duihn kennst, wie wagst du es, die Hand nach Salomo's Siegelring auszustreckcn?" —„Ich bin unschuldig, denn ich wußte nicht, daß dieses Grab das des Königs Salomoist." — „Wärst du nicht einer der Gefährten des Propheten, so hätte ich dich schon mitmeinem Hauche in Asche verwandelt." Jbn Tamim dankte Gott für seine Rettung,las die Anfangs-Sura des Korans vor dem Grabe Salomo's und verließ die Höhlewieder. Der christliche Djinn war verschwunden. Jbn Tamim irrte dann in jenemihm unbekannten Lande mehrere Jahre umher und nährte sich von allerlei fremdenFrüchten und Wurzeln; seine Haare, sein Bart und seine Nägel wurden so lang, daß