ÄchUiun-ert und eiimndstcbeirzigstc Nacht.
öffentlich Gericht, wo Jedermann ihr seine Klagen vortragen darf; sie sitzt an diesenTage» bintcr einem ganz zarten Vorhang, durch welchen sie die Leute sehe» kau», ohnevon ihnen wieder gesehen zu werden. Sic hat einen Thron, der achtzig Ellen doch,und eben so lang und so breit ist, ganz von Silber und Gold, mit den kostbarstenPerlen und Edelsteinen verziert. Sie und ihre Leute sind aber Magier und beten dieSonne an."
Als der Wiedehopf mit seinem Reiseberichte zu Ende war, sagte Salomo: „Ichwill einmal sehen, ob du wahr sprichst oder lugst." Er ließ sich Dinte und Kalamreichen und schrieb Balkis einen Brief, in welchem er sie entlud, seinen Glaubenanzunchmen und sich zu ihm zu begeben; er siegelte den Brief mit Moschus zu, drückteseinen Siegelring darauf, gab ihn dem Wiedehopf und sagte ihm: „Bringe Balkisdiesen Brief, dann thu', als wenn du dich entferntest, verbirg dich aber in der Nabe,um zu hören, was sie mit ihren Leuten verabredet." Der Wiedehopf nabm den Briefin den Schnabel und flog damit nach Mareb, drei Meilen von Sanaa, wo Balkissich gewöhnlich aufbiclt, und warf ihr den Brief zu. Sobald sic das Siegel sah,erkannte sie die Macht dessen, der ihn geschrieben; und als sie ihn gelesen hatte, versammeltesie ihre zwölftausend Heerführer, deren jeder an der Spitze von hunderttausend Mannstand, legte ihnen den Brief vor und fragte sie um ihren Naih. „Wir gehorchen nurdeinen Befehlen," antworteten die Heerführer; „du kannst auf unser» Mntb und unsereKraft vertrauen, doch handle, wie es dir gut dünkt." Da sagte sie: „Ich will einmaldem König Salomo ein Geschenk schicken: ist er nicht mehr als ein anderer König,so nimmt er es an und wir fürchten uns nicht, ist er aber ein Prophet, so verwirfter cs, bis wir seinen Glauben annehmen." Sie ließ hierauf fünfhundert Jünglinge alsMädchen kleiden und ihnen die kostbarsten Halsketten, Ohr-, Arm- und Fußringe anlegenund sie auf Pferde mit Frauensättel» setzen, welche die feinsten golddurchwirkten undmit Edelsteinen verzierten seidenen Stoffe bedeckten. Dann ließ sie fünfhundert Mädchenals Mameluken ankleiden, befahl Erstern, vor Salomo sich wie Mädchen zu benehmen,»nd Letzter«, wie Männer laut und hart zu sprechen. Sie legte ferner fünfhundert gold-und fünfhundert silberdurchwirkte Teppiche zurecht, eine Krone aus den feinsten Perlenund Hyacinthcn zusammengesetzt, dann mehrere Ladungen Moschus, Ambra und Aloe,endlich ein Schächtelchcn mit einer kostbaren, noch undurchlöcherten Perle und einemDiamanten, durch den sich ein krummes Loch zog. Diese Geschenke schickte sie durchverständige, geistreiche Leute an Salomo und schrieb ihm dazu: Wenn du ein ProphetKst, so unterscheide die Sklaven von den Sklavinnen, sage, was das Schächtelcben
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