Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
506
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506 Achthundert und neuiiuudsechziuste Nacht.

besteht?"Nein."Damit wollte Gott dir zeigen, daß diese ganze Welt keinSteinchcn werth ist." Salomofragte dann die Königin der Ameisen:Sind meine Schaarcnzahlreicher als die deinigen oder nicht?" Die Meinige» sind viel zahlreicher," antwortetedie Ameise.So zeige mir sie doch," bat Salomo. Da rief sie eine Abtheilung ihrerTruppen herbei und sie brauchten siebcnzig Tage, bis sie alle aus ihren Höhlen hervorkaincn,und füllten alle Ebenen, Berge und Thäler. Salomo fragte dann:Sind das alledeine Truppen?"Du siehst nur den sicbenzigstcn Tbeil derselben," antwortete dieKönigin. Von hier zog Salomo nach Mekka, schlachtete daselbst jeden Tag fünftausendKamcele, fünftausend Stiere und zweitausend Schafe, und sagte zu den Häuptern seinesVolks:Hier wird nach tausend Jabren ein Prophet geboren werden, welcher den reinenGlauben wieder Herstellen wird; wohl denen, die an ihn glauben." Nachdem er inMekka alle Pflichten der Pilgerfahrt erfüllt hatte, zog er eines Morgens weiter nachJemen, und bis Mittag war er schon in Sanaa, obschon man gewöhnlich einen Monatzu dieser Reise braucht. Dieses Land gefiel ihm so gut, daß er sich dort niederließ,um zu beten. Da er aber kein Wasser zur Waschung fand, rief er seinen WiedehopfJa für, der gewöhnlich alle Quellen in der Erde wie durch ein Glas sah, um ihn aufWasserkundschaft auszuschicken. Der Wiedehopf antwortete aber nicht, und kein Mensch,kein Teufel und kein Genius wußte, wo er hingekommen. Er hatte nämlich, als Salomosich niederließ, aus der Ferne den bezaubernden Garten der Königin von Saba gesehen undeinen kleinen Ausflug dahin gemacht. Dort traf er auch einen Wiedehopf, welcherAnkir hieß, und ihn fragte, wo er herkomme und wo er hin wolle.Ich komme,"antwortete Jasur,aus Syrien mit meinem Herrn Salomo, dem Sohne Davids."Wer ist denn Salomo?"Er ist König der Menschen, Genien, Teufel, Thiere undVögel, und gebietet sogar dem Winde; und du, woher bist du?" >Ich bin von hier."Wer ist der König dieses Landes?"Hier regiert eine Frau, welche Balkis heißt,und ist dein Herr ein mächtiger König, so wird doch wohl das Reich meiner Gebieterinnicht geringer scyn; ganz Jemen gehorcht ihr, unter ihren Befehlen stehen zehntausendHeerführer, deren jeder eine Armee von hunderttausend Kriegern unter sich hat; willstdu mit mir kommen und ihr Land näher besehen?"Ich fürchte, Salomo fragtnach mir zur Betstunde, wenn er Wasser bedarf."Dein Herr wird sich gewißfreuen, wenn du ihm Nachricht von meiner Königin bringst; folge mir nur."

Manche lasse» Salomo die Abwesenheit des Wiedehopfs an dem Sonnenstreifen,der auf sein Haupt fiel, bemerken. So oft er nämlich auf seinem Teppich auszog,mußten, wie schon gesagt, Vögel mit ihren Flügeln ihn beschatten; durch den Ausflug