^96 Achthundert und stebenundscchzigfte Nacht.
Diamanteninsel zu fliegen. Als sie aber an der Löweninsel vorüberkam, sah sie ausder Ferne dem Kampfe zwischen den Truppen der Königin Farha und des KönigsDjahak zu, hielt stille, bis einer von des Letzter» Genien auf seiner Flucht in ihreNähe kam, und fragte ihn, was dieser Krieg bedeute. Als sie hörte, daß die KöniginFarha mich und Duha aus den Händen Djahaks befreiten, flog sie uns nach undließ sich bei meiner Mutter in Djahaks Schlosse melden. „Gehe du ihr entgegen,"sagte mir meine Mutter, „und heiße sie willkommen." Ich stürzte zur Thüre hinaus,umarmte sie und stellte sie meiner Mutter als meine Gattin vsr. Unsere allseitigeFreude war so groß, daß wir Alle Gott für diese wunderbare Vereinigung dankten,und Duha für die uns geleisteten Dienste den Thron und das Reich Djahaksschenkten.
Wir blieben nun den ganzen Tag beisammen; gegen Abend aber sehnte ich michdarnach, mit meiner Geliebten allein zu seyn; ich forderte sie daher zu einem Spazier-gange vor die Stadt auf und ließ meine Mutter bei Duha. Ich war so selig bei
Turaja, daß ich mich mit ihr immer weiter in die Gärten vertiefte, welche die Stadt
umgeben, und der Mond hatte schon längst die Stelle der Sonne am Himmel eingenommen,ehe wir an eine Rückkehr dachten. Erst als die finstere Nacht uns umhüllte, wollteich wieder den Weg zur Stadt einschlagen, verirrte mich aber und entfernte mich immermehr von derselben, bis ich an ein schönes, ganz menschenleeres Zelt kam. Da sagte
ich zu Turaja: „Laß uns lieber in diesem Zelt übernachten, als die ganze Nacht im
Freien zubringen, denn in dieser Dunkelheit finden wir doch den Weg zur Stadt nichtzurück." Turaja stimmte mir bei, und wir traten in das Zelt, in welchem alleBequemlichkeiten des Lebens aufgehäuft waren: herrliche Divane und Teppiche, reicherVorrath an Speisen und Getränken, wohlriechende Wachslichter und was sonst hoheReisende mitzunehmen Pflegen. Aber kaum hatten wir uns niedergelassen, als zweiMänner mit vier fliegenden Genien hereintraten; cs waren Djahaks Brüder, welche! bei dessen Niederlage die Stadt verlassen und ihr Zelt hier aufgeschlagen hatten, umam folgenden Tage weiter zu fliehen. Sobald sie uns sahen und erkannten, fiel derEine über mich und der Andere über Turaja her, und riefen: „Jetzt können wir unser»Bruder rächen!" Der Eine übergab mich dann einem der vier Genien und sagte ihm:„Trage diesen verderbenbringenden Menschen hinter den Berg Kaf, daß ihn dort GottesFluch treffe!"
Der Genius nahm mich auf den Rücken und flog mit mir so hoch hinauf, daß ichden kleinsten Stern so groß wie den höchsten Berg sah, und ich hörte, wie die Engel