Achthundert und drriundsrchzjtzstr Aacht. ^83
Sehnsucht nach ihm ist unermeßlich und ich möchte gern bald mit ihm nach meinerHcimath zurückkehren." — „Theure Schwester," erwiderte Schuhba: „Ali ist wenigeTage nach der Abreise meines Boten ausgeritten und seither nicht wiedergekehrt; ichhabe ihn schon auf der ganzen Insel aufsuchen lassen, Niemand konnte aber eine Spurvon ihm entdecken; da bereute ich es natürlich, dir einen Bote» zugesendet zu haben,aber ich konnte es nicht mehr ändern." — „Betrübe dich nicht darüber, liebe Schwester,"versehe Tu rasa: „Ali's Leiden scheinen noch nicht das ihnen bestimmte Ende erreichtzu haben, sonst wäre er hier geblieben; indessen hat er sich doch vielleicht im Waldeverirrt und kehrt bald wieder; darum werde ich noch einige Tage hier verweilen undihn erwarten."
Am folgenden Tage stand Turaja früh auf und ging in's Gebirge, um selbstnoch Ali aufzusuchen; sie ritt aber den ganzen Tag umher und rief tausendmal seinenNamen: Niemand antwortete ihr. Gegen Abend warf sie sich ermattet au^ die Erdeund rief weinend: „O Gott, du hast diese unglückliche Liebe zu Ali über mich verhängt,mit allen Leiden, welche sie nach sich zog; nach deinem Beschlüsse habe ich von meinerHcimath und meinem Vater mich getrennt: jetzt ist alle meine Hoffnung dahin; nur beidir suche ich Hülfe, dir ist ja nichts verborgen, weder im Himmel, noch auf der Erde.Ich bitte dich bei deinem Auserkorenen Mohammed (Gottes Friede scy mit ihm!),offenbare mir den Ort, wo mein Geliebter sich aufhält, und vereine mich mit ihm!"Kaum hatte Turaja dieses Gebet vollendet, da hörte sie eine Stimme, welche ihrzurief: „Deine Erlösung ist nahe: dein Gatte liegt in diesem Thale; die KöniginSchuhba hat ihn in eine steinerne Statue verzaubert. Als sie ihn nämlich zuerst sah,war sein Aussehen so schlecht — denn er hatte gar zu viel gelitten —, daß sie ihn
häßlich fand und daher, um sich mit dir zu versöhnen, dir durch einen Boten seine
Ankunft bei ihr melden ließ. Sobald er aber sich wieder erholt und seine frühereSchönheit wieder erlangt hatte, gefiel er ihr so gut, daß sie es bereute, dich von seinerAnkunft in Kenntniß gesetzt zu haben. Dies hielt sie indessen nicht ab, Alles anfzubicten,um seine Liebe zu gewinnen. Da sie aber all ihr Bemühen fruchtlos fand, indem Alisich stets als ein treuer Gatte bewährte, verwandelte sie ihn in eine steinerne Statueund ließ ihn in den Wald tragen an eine Stelle, wo die Bäume am engsten ineinanderverzweigt sind."
Turaja vertiefte sich hierauf wieder in den Wald und hörte, wie zwei Genien
um den Besitz ihres Geliebten stritten; es war Sa der, den sie selbst noch vor ihrer
Reise zu ihrer Schwester Schuhba auf Kundschaft ausgesandt hatte, und Duha, eine