Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
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s e ch i g st e An ch 1.

Achthundert

VE

M/D

Die Alte holte dann abermals Wein und andere berauschende Getränke herbei,und schenkte mir so lange ein, bis ich cinschlief. Da erschien mir Turaja imTraume, schlank wie der Zweig eines Ban, mit schmachtendem Blick wie eine nachihren Jungen sich umsehende Gazelle; Thränen standen auf ihren Wangen, wieThautropfen auf Nosenblättern, sie hatte das Gesicht auf ihre Hand gestützt undsagte mit gebrochener Stimme:Gleichst du auch gewöhnlichen Menschen, Ali?

Konntest du mich so leicht vergessen und dich hier von einer alten Zauberin zurück-halten lassen? sollen meine Feinde an unsrer Trennung schadenfroh seyn? Du weißt,was ich um deinetwillen gelitten, sey nicht verzagt, zerbrich die Fesseln, die um dichgeschmiedet worden, und suche unsre Vereinigung!" Bei diesen Worten öffnete ich meineAugen wieder, und die Alte, welche vor mir saß, kam mir wie eine giftige Schlangevor. Ich fing nun wieder an zu trinken, stellte mich ganz heiter und schenkte der Altenso lange ein, bis sie ganz bewußtlos auf den Divan hinsank. Jetzt machte ich michschnell auf, öffnete leise die Thüre ihres Zimmers dann das Hausthor und entfloh zurStadt hinaus. Ich lief die ganze Nacht fort, ohne zu wissen wohin, und als der Morgenheranbrach, befand ich mich in einer Wüste, wo weder ein grünes Blättchen noch einTropfen Wasser zu sehen war. Bald brannte die Sonne so heiß, daß der glühendeBoden meine Fußsolen entzündete und ich kaum mehr auftreten konnte; da warf ichmich verzweifelt auf den Boden und wälzte mich den ganzen Tag in einem Meere vonThränen und Schweißtropfen umher. Nach Sonnenuntergang, als ein kühler Wind sich