Achthundert und drciuiiLfünszigstc Nacht.
tauchten aber Seethicre von jeder Größe und jeder Gestalt, manche waren größer alsStephanien, aus dem Meer, umgaben meinen Fisch von allen Seiten und fraßen solange daran, bis nur noch das Stück, auf dem ich lag, übrig blieb. Da ich fürchtete,mitgefrcssen zu werden, sprang ich schnell herunter und schwamm wieder eine Weileumher, bis mein Fuß auf etwas Hartes stieß; da hielt ich an und blieb darauf stehen, bisder Tag heranbrach und mir zeigte, daß ich mich auf einem aus dem Meere hervorragendenkleinen Felsen befand, in der Nähe einer großen Stadl, mit einem schönen von Schiffenungefüllten Hafen. Ich dünkte Gott für meine Rettung aus so großer Noth, denn ichzweifelte nicht, daß mich bald Jemand vom Land auS erblicken und abholcn würde. Ichhatte mich nicht getäuscht, denn bald ward ein Fischerkahn vom Hafen losgebunden, derauf mich zusegelte und mich aufnahm. Ich dankte dem Schiffer, der mich in seinenKahn hob, und bat ihn, mir zu sagen, wo ich mich befände-? „Du kommst sogleich,"antwortete er mir, „in die weiße Stadt, welche auch wegen der vielen Säulen, aufdenen nicht nur das königliche Schloß, sondern auch viele Privathäuser ruhen, die Säulen-reiche genannt wird; diese Stadt und Insel wird von einer Frau beherrscht, welche dieblaue Königin heißt; sie ist eine der mächtigsten Königinnen der Erde und behandeltihre Unterthanen mit vieler Härte, um so gütiger ist sie aber gegen fremde Jünglingedeinesgleichen." Der Schiffer gab mir dann ein Stück von seinem Brod, und eine»Trunk süßes Wasser, und ich fischte mit ihm den ganzen Tag, bis der Kahn mit denschönsten Fischen angefüllt war. Gegen Abend, als wir'in den Hafen einliefen, sagtemir der Schiffer: „Morgen bringe ich die Fische der Königin, denn ich bin ihr Lcib-fischer, und sage ihr, daß ich sie einem fremden Jünglinge verdanke, den ich auf einerKlippe gefunden, und bitte sie um die Erlaubniß, dich ihr vorzustellen." Wir waren aberkaum gelandet, alö die Diener der Königin kamen und dem Fischer sagten: „Gibschnell her, was du gefangen, denn wir brauchen diesen Abend Fische zu einem Festmahl."Der Fischer gab die Fische her und begleitete die Diener bis zur Königin, um ihr zusagen, , daß er seinen reichen Fang nur mir verdanke, worauf sie ihm sogleich befahl,mich zu ihr zu führen. Als ich vor ihr erschien, verbeugte ich mich wie ihre Diener,aber sie bewillkommte mich sehr freundlich und hieß mich sitzen. Da setzte ich mich einenAugenblick, stand aber gleich wieder auf. „Warum bleibst du nicht sitzen?" fragte siemich. Ich antwortete ihr: „Ich habe mich nur einen Augenblick niedergelassen, um denBefehl der erhabenen Königin zu vollziehen, ich erhob mich aber wieder aus Ehrfurchtvor ihr." Sie hieß mich dann wieder sitzen, ließ sich bei ihren Gästen alö unwohlmelden und blirb allein bei mir. Ich mußte ihr alle meine Abenteuer erzählen, und als