Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
440
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^40 Achthundert und zweiuiidfünfzigste Nacht.

die andern Beiden, Murdjana und Jakuta, sind meine Stiefschwestern. Uns ist keinLand zu fern, kein Berg zu hoch und kein Meer zu tief, denn wir fliegen wie Vögelin der Luft und tauchen wie Fische in den Abgrund des Meeres hinab: auf diesenBerg sind wir aber nur um deinetwillen gekommen, als wir auf einem AuSfluge dichso hülflos da liegen sahen; komme jetzt mit uns, erhole dich von deinen schwerenQualen; dann steht es dir frei, wieder zu deiner Geliebten zurückzukehren." Sie nabinmich hierauf in ihren Arm und flog mit mir so schnell wie ein Blitz nach einer herrlichengroßen Stadt, welche in einem reizenden Thale lag, ließ sich mit mir auf die Terrasseeines Schlosses herab und führte mich eine marmorne Treppe hinunter in einen Saal,

der an Größe und Glanz dem der Königin Tara ja nicht nachstand. Es war schon

Nacht, als wir ankamen, aber der Saal war Heller beleuchtet, alö wenn die Mittagssonneihn beschienen hätte. Djauhara befahl sogleich den Sklavinnen, welche den Saalfüllten, das Nachtessen aufzutrage», und kaum hatte sie es gefordert, als niedliche kleineTischchen mit goldenen Schüsseln, krystallenen Tellern und silbernen Löffeln gebrachtwurden, erstere mit Speisen gefüllt, deren Geschmack und Aussehen mir ganz fremd

waren, aber ganz vorzüglich mundeten. Als wir satt waren, wurden die Weingefäße

gebracht mit allerlei trocknen und frischen Früchten, eine alte Wirthschafterin, die wieeine scheckige Schlange aussah und Feirusadj hieß, schenkte ein und reichte die Becherim Kreise umher, dann holte sie auch Sängerinnen, welche ihren Gesang mit allerleiInstrumenten begleiteten.

Gegen Mitternacht, als wir mehr oder weniger berauscht waren, sagte Djauharazu ihren Schwestern:Unser Gast bedarf jetzt der Ruhe, darum ziehet euch in eureGemächer zurück."Glaubst du etwa," erwiderte Sumurda,ich werde vor dirdiesen Saal verlassen? wenn eine von uns den noch übrigen Theil der Nacht in Ali'sNähe zubringen soll, so gebührt es mir, als der Aeltesten, zuerst."Nein," versetzteDjauhara,ich habe den Stein von ihm hinweggewälzt, unter dem er gestorben wäre;ich habe ihn auf meinem Arme hierher getragen, ich allein habe ein Recht auf seineGesellschaft." Sumurda zog aber ihr Schwert und drang auf Djauhara ein, diesezog schnell das ihrige und cs entstand ein Kampf, als wenn zwei Meere einanderentgegentobten. Während aber Djauhara und Sumurda um meinen Besitz miteinander fochten, näherten sich mir Murdjana und Jakuta, und sagten:Weißt du,daß dein Leben hier in Gefahr ist? wie leicht könnte eines dieser Mädchen in seiner Wuthdich ergreifen und der Andern zum Trotz umbringen! Wir rathen dir daher, diesenAugenblick zu benützen und mit uns zu kommen." Ich ging mit ihnen zur Thürc hinaus: